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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Aberdeen, Hexen von

Im Jahre 1596 wurde die Stadt Aberdeen vorn Hexenwahn ergriffen; sie erlebte in der Folge eine der bekanntesten Serien von Hexenprozessen in der schottischen Rechtsgeschichte. Als Reaktion auf die wachsende Furcht der Öffentlichkeit vor der Hexerei beschäftigten sich die Priester und Kirchenältesten der reformierten Kirche damit, Beweise gegen eine grosse Zahl von Verdächtigen hauptsächlich ältere Frauen - aus der Gegend um Aberdeen zusammenzutragen.
In der Flut gegenseitiger Anschuldigungen wurden Behauptungen über alle Arten von übernatürlichen Übeltaten vorgebracht. Man bekundete, dass zahlreiche Angeklagte Magie angewandt hätten, um neben anderen Übeltaten durch die Macht des Bösen Blicks den Tod herbeizuführen, um Männer zu Ehebrechern zu machen, dem Vieh zu schaden, die Milch sauer werden zu lassen, Unwetter heraufzubeschwören und Zauberformeln für die Liebe zu ersinnen. Die Sensibilität für Hexerei war in dieser Zeit so gross, dass das Zusammenbrauen selbst der harmlosesten Kräutermedizin Grund genug für eine Verhaftung war. Unter Druck und Zwang, wobei man auch das Schwemmen anwendete, gestanden viele Beschuldigte ziemlich ausführlich ihre Praktiken. Zu dem, was bereits oben genannt wurde, behaupteten sie, um Mitternacht mit Dämonen um das Marktkreuz von Aberdeen getanzt zu haben und zur Musik des Teufels persönlich um einen alten grauen Stein am Fusse des Hügels in Craigleuch herumgesprungen zu sein.
Es kam zutage, dass sich die Hexen von Aberdeen angeblich zum Hexenzirkel trafen, dem vierzehn Mitglieder angehörten und der unter Anleitung des Teufels stattgefunden habe, der als grauer Schafbock, als Eber oder Hund getarnt gewesen sei und sich Christsonday genannt habe. Auch sei er häufig in Begleitung seiner Gemahlin, der Elfenkönigin, gewesen. Die Mitglieder des Hexenzirkels seien genötigt worden, zum Zeichen der Ehrerbietung das Gesäss ihres Herrn und ihrer Herrin zu küssen, und häufig habe auf den Treffen auch geschlechtlicher Verkehr mit ihnen stattgefunden.
Die alte Janet Wishart, eine der vielen Beschuldigten, war eine typische Erscheinung. Sie wurde verdächtigt, Andrew Webster durch Magie ermordet und bei einem anderen Mann, Alexander Thomson, Fieber hervorgerufen zu haben. Sie war des weiteren angeklagt, Teile von einer noch am Galgen hängenden Leiche genommen und für ihre schändlichen Zwecke verwendet zu haben. Einer anderen Frau, Isobel Cockie, warf man vor, Mühlen und Vieh behext zu haben, während sich Margaret Ogg angeblich mit dem Vergiften von Fleisch beschäftigt und Helen Rogie Wachsbilder von ihren Opfern angefertigt hatte, um diesen zu schaden, Isobel Strachan junge Männer verleitet, Isobel Ritchie Zauberspeisen für werdende Mütter zubereitet und Isobel Ogg Unwetter heraufbeschworen hatte. Viele jener Personen, die nun vor der Obrigkeit von Aberdeen standen, waren von einer der ihren identifiziert worden, die behaupteten, an einer grossen Versammlung von zweitausend Hexen in Atholl teilgenommen zu haben. Andrew Mann, selbst ein bekennender Hexer, hatte sich einverstanden erklärt, als Kronzeuge aufzutreten, und war zum Hexenriecher für das Gericht ernannt worden, wo er die Verdächtigen der Nadelprobe unterzog, um das Teufelsmal zu finden.
Am Ende der Gerichtsverfahren im April 1597 wurden nicht weniger als dreiundzwanzig Frauen und ein Mann der Verbrechen schuldig gesprochen, die ihnen die Anklage zur Last gelegt hatte. Die unglücklichen Opfer wurden an Pfosten gebunden, vom Scharfrichter erdrosselt und dann an einer Stelle nahe der heutigen Commerce Street verbrannt, um zu verhindern, dass das Böse von ihren Körpern auf andere übertragen würde. Der Legende nach hing der üble Geruch der Feuer wochenlang über Aberdeen. Mehrere Angeklagte entgingen diesem grausamen Schicksal, indem sie während des Arrests im Tolbooth oder im Gewölbe von Our Lady's Pity Selbstmord begingen. Die Körper dieser Unglücklichen wurden durch die Strassen geschleift, bis sie in Fetzen gerissen waren. Jene, für die kein Schuldbeweis erbracht werden konnte, wurden auf der Wange gebrandmarkt und aus der Stadt gewiesen.
Zu den grausigsten Erinnerungen an die Prozesse gehören die erhalten gebliebenen Rechnungen über die Kosten für die Verbrennung der Janet Wishart und einer ihrer angeblichen Verbündeten. Einschliesslich Scheiterhaufen, Scharfrichterseil und Henkerlohn kostete das Töten der beiden Menschen fünf Pfund, acht Schillinge und vier Pennys. Die offizielle Rechnung lautete folgendermassen:
Für ao Ladungen Torf, um sie zu verbrennen: 40 Schillinge
Für 1 Boll [6 Scheffel] Kohle: 24 Schillinge Für vier Teerfässer: 26 Schillinge, 8 Pennies
Für Feuer und Eisenfässer: 16 Schillinge, 8 Pennies Für einen Scheiterhaufen und dessen Herrichtung: 16 Schillinge
Für vier Faden [24 Fuss] Seil [Henkerseil]: 4 Schillinge
Für das Tragen des Torfs, der Kohle und der Fässer zum Hügel: 8 Schillinge, 4 Pennies
An einen Richter für die Hinrichtung: 13 Schillinge, 4 Pennies.
Nicht lange nach dem Ende der Hexenprozesse von Aberdeen veröffentlichte König Jakob VI. seine Dämonologie, die viel dazu beitrug, den Hexenwahn überall in der schottischen Gesellschaft zu verbreiten.

 

 

 

 

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