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Yoga

Lehre und Übungsweg im Hinduismus mit dem Ziel der Selbstverwirklichung und Vereinigung mit Brahman, der höchsten Wirklichkeit. Die spirituelle Tradition Indiens basiert auf folgenden vier Grundbegriffen: Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung, das die Menschen mit der Welt verbindet. Maya, der Illusion der manifestierten Welt. Nirwana, der absoluten Wirklichkeit jenseits aller Täuschungen und Yoga als Mittel und Weg zur Befreiung von der Herrschaft der Sinne. Weil der Mensch dazu neigt, Gefühle und Gedanken mit dem »Geist« zu verwechseln, braucht er etwas, das ihm hilft, die Abhängigkeit von den Sinnen zu überwinden. Der Yoga verhilft ihm dazu, denn er lehrt ihn, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht wie sie scheinen. Eine der wichtigsten Techniken des Yoga ist deshalb die Meditation, die das Bewusstsein auf die innere Wirklichkeit lenkt, bis es schliesslich in der reinen Transzendenz das Samadhi erreicht. Ehe der Geist ruhig werden kann, müssen eine Reihe von Hindernissen überwunden werden, nämlich: die Unwissenheit, die Ichbezogenheit und Identifikation mit dem Körper; das Streben nach Freude und Genuss. Die Abneigung gegen Schmerzen und Leid, der Lebensdurst. Vom Standpunkt des Yoga sind die Menschen in einer Welt unreiner Sinneswahrnehmungen und vorgefasster Ideen gefangen. Zur Überwindung dieser falschen Realität gehören nach dem Philosophen Patanjali vier grundlegende Prozesse: 1. das Zurückziehen der Aufmerksamkeit von der äusseren Welt 2. die Konzentration der geistigen Energien auf ein festes Ziel 3. das darauffolgende spontane Fliessen des Bewusstseins 4. die Einheit des Bewusstseins. Im Kundalini-Yoga wird psychische Energie durch den feinstofflichen Energiekanal Sushumna, der der Wirbelsäule entspricht, und durch Ida und Pingala, die sich um Sushumna winden und den sympathischen Nervengeflechten rechts und links der Wirbelsäule entsprechen, nach oben gelenkt. Die Kundalini-Energie, die am untersten Ende der Wirbelsäule schlummert, steigt, wenn sie geweckt ist, durch die sieben Chakras auf: 1. Muladhara - in der Nähe des Steissbeins, 2. Swadhishthana - unterhalb des Nabels in der Kreuzbeingegend, 3. Manipura - oberhalb des Nabels in der Gegend der Lendenwirbel, 4. Anahata - in der Herzgegend, 5. Vishuddha - in der Nähe des Kehlkopfes, 6. Ajna - auf der Mitte der Stirn, 7. Sahasrara - auf dem Scheitelpunkt des Kopfes. Beim Erreichen des letzten Chakras wird das kosmische Bewusstsein verwirklicht. Wenn ein Yogi oder eine Yogini die Einheit von Körper und Geist erlangt, wird er oder sie eins mit den Objekten der Wahrnehmung und verliert jeden Sinn der Dualität; dann erkennt er oder sie endlich die höchste Wirklichkeit jenseits aller Begrenzungen durch die Sinne.

 

 

 

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