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Hermetischer Orden der goldenen Dämmerung

1888 in England gegründeter magischer Orden, der einen starken Einfluss auf die heute in der westlichen Magie vorherrschenden Überzeugungen und Praktiken hatte. Die Rituale des Ordens entsprachen ursprünglich fünf Freimaurergraden, die in der Hinterlassenschaft eines verstorbenen englischen Rosenkreuzers entdeckt wurden. Dr. Wynn Westcott, selbst ein Freimaurer, bat Samuel McGregor Mathers, unter Zuhilfenahme dieses Materials ein noch vollständigeres okkultes System zu schaffen. Mathers arbeitete auf der Grundlage des kabbalistischen Baumes des Lebens einen neuen Ritualkomplex aus und baute die verschiedenen zeremoniellen Grade entsprechend der zehn Sephiroth oder Bewusstseinsstufen auf. Westcott, Mathers und mit ihnen der Okkultist William Woodman setzten sich selbst an die Spitze der »zweiten Ordnung« der Goldenen Dämmerung, die Rosae Rubeae et Aureae Crucis, also »Rubinrose und Goldkreuz«, hiess, und waren damit für die ersten sieben Grade im Baum des Lebens zuständig. Die anderen drei Grade, die »dritte Ordnung«, wurden symbolisch der Dreifaltigkeit zugeordnet und stellten den Bereich der sogenannten geheimen Oberen dar - spiritueller Meister, die den Orden leiteten und besonders Mathers mit magischer Inspiration erfüllten.
1888 wurde in London der erste Isis-Urania-Tempel der Goldenen Dämmerung eröffnet 1896 gab es bereits etliche Ordensgemeinschaften in Grossbritannien: einen Osiris-Tempel in Weston-Super-Mare, einen Horus-Tempel in Bradford und einen Tempel des Amun-Re in Edinburgh. Ein Tempel in Paris war dem Ahathoor geweiht. An den Namen all dieser Tempel ist der starke Einfluss der ägyptischen Mythologie erkennbar, der zusammen mit rosenkreuzerischen, altgriechischen, keltischen, henochischen und hinduistischen Elementen die Rituale bestimmte. Die »Goldene Dämmerung« zog viele namhafte Okkultisten an, darunter den Dichter W. B. Yeats, den Urheber eines beliebten Tarot-Spiels und führenden okkulten Gelehrten der damaligen Zeit A. E. Waite sowie Aleister Crowley, das berühmt-berüchtigte »Grosse Tier 666«. Als Mathers immer selbstherrlicher wurde, zerfiel der Orden allmählich. Mit dem Tode Mathers' löste er sich schliesslich vollends auf. Indessen entstanden Nachfolge-Gemeinschaften, so die Stella Matutina, der »Morgenstern«. Von 1937 bis 1941 veröffentlichte Israel Regardie unter dem Titel The Golden Dawn in vier Bänden sämtliche Rituale der Stella Matutina. In diesen Büchern ist das vollständigste magische System der heutigen Zeitwiedergegeben.

 

 

 

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