Gottlieben - Geschichte
 

Variante 1:
Gottlieben ist an Fläche eine der kleinsten Gemeinden der Schweiz, die freilich eine lange und bewegte Geschichte hat.
Ihr Schloss geht auf die 1251 erbaute Wasserburg des Bischofs Eberhard II. Truchsess von Waldenburg zurück, der Gottlieben als befestigten Handelsort in Konkurrenz zu dem mit ihm verfeindeten Konstanz stellen wollte, letztlich jedoch mit seinen Plänen scheiterte.
Die damals konzipierte Ringanlage des Ortes tritt noch heute deutlich zu Tage.
Konrad von Homburg überfiel und brannte Gottlieben 1355 nieder, nur die Burg widerstand ihm. 60 Jahre danach, während des Konstanzer Konzils, wurde sie zum Kerker des abgesetzten Papstes Johannes XXIII. und des böhmischen Reformators, Magister Jan Hus, der unter Bruch des kaiserlichen Geleits am 6. Juni 1415 zu Konstanz auf dem Scheiterhaufen starb. Sein Tod löste die Husittenkriege aus, die von Brandenburg bis Bayern und Ungarn halb Europa verwüsteten.
1526 verliert Gottlieben die bischöfliche Residenz an Meersburg und mit der Reformation übernimmt der Ort den evangelischen Glauben. Den ersten Schulbau erhält Gottlieben 1580.
Die Schrecken des 30-jährigen Krieges ereilen den Ort 1633, als der schwedische General Gustav Horn hier Quartier bezog und 24 Tage lang erfolglos Konstanz belagerte. 1646 kehrten die Schweden wieder und zerstörten Burg und Ort Bodman, ein nahes, uraltes Siedlungsgebiet, das dem Bodensee seinen Namen gegeben hat. Ein später Spross dieser Herrschaft, der Dichter Emanuel Freiherr von Bodman (1874 – 1946) liess sich 1920 in Gottlieben nieder.
Die regierenden Stände der alten Eidgenossenschaft erhoben Gottlieben 1678 zum Markt. Als Umschlagplatz deutscher und österreichischer Güter blühte die Gemeinde rasch auf und konnte sich schon 1687 erlauben, ein Amts- und Schützenhaus mit der Wirtschaft «Zum Schiff» zu erbauen, deren Substanz in dem heutigen Waaghaus-Ensemble aufgegangen ist. 1692 trifft Gottlieben ein arges Geschick. Die alte «Krone» versinkt mit drei Nachbarhäusern im Seerhein. Sie wird zwar bald danach am Standort des heutigen Hotels «Krone» wieder aufgebaut, doch die notwendige Verfestigung des Flussufers mit 700 Stämmen stürzte die Gemeinde in schwere Schulden.
Im Entstehungsjahr der Helvetischen Republik, 1798, wird Gottlieben vorübergehend Bezirkshauptort, muss aber bis 1802 immer wieder tausende von Soldaten und Offizieren der einsetzenden napoleonischen Kriege beherbergen und verpflegen – eine schier unerträgliche Last für den Ort und seine Bewohner.
Hortense, Ex-Königin von Holland, Stieftochter und Schwägerin des gestürzten Franzosenkaisers Napoleon I., tritt 1817 als Gräfin St. Leu ihr Exil im nahen Schlösschen Arenenberg an. Ihr Sohn, Prinz Louis Napoleon, erwirbt 1836 das Schloss Gottlieben und lässt dessen Wohntrakt neugotisch umbauen. Wegen zweier gescheiterter Umsturzversuche in Festungshaft und Geldnot geraten, muss er den Besitz bereits 1842 wieder veräussern. Doch nur 6 Jahre später erlangt der ehemalige Gottlieber Schlossherr und bernische Artilleriehauptmann den hohen Rang eines Präsidenten der Zweiten Französischen Republik, 1852 besteigt er gar als Napoleon III. den Kaiserthron Frankreichs. Oft noch sollte Schloss Gottlieben die Hand wechseln, bis es 1950 die Sängerin Lisa Della Casa und ihr Gatte, Dragan Debeljevic, erwarben und seither bewohnen.
Der Wandel Gottliebens vom Fischer- und Bauerndorf zu einem touristischen Kleinod setzte erst nach dem 2. Weltkrieg so richtig ein.
 

Variante 2:
Gottlieben ist an Grundfläche eine der kleinsten selbständigen politischen Gemeinden im Kanton Thurgau und zählt ca. 300 Einwohner. Das Dorf bildet eine eigene Schul-, Kirch-, Bürger- und Munizipalgemeinde. Bis 1874 war gottlieben Bezirkshauport mit einem eigenen Gerichtsgebäude an der Kronengasse. Mit der Eroberung des Thurgaus im Jahre 1460 kam Gottliebe unter die Herrschaft der sogenannten sieben alten Orte der Eidgenossenschaft. Der Fürstbischof von Konstanz als Grundherr behielt jedoch die niedere Rechtsame und Gerichtsbarkeit. Gottlieben wurde noch bis 1798 vom Obervogt verwaltet. Das Dorf besitzt eine prächtiges Schloss am Rhein, das von Bischof Eberhard ll. Truchsess von Waldenburg 1251-54 mit zwei Türmen erbaut wurde. Es diente als Zufluchtsort und Gerichtsstätte. Zur Zeit des Konstanzer Konzils 1415-18 wurde der Reformator Johannes Jus 1373-1415, Rektor der Universität Prag in Böhmen, auf dem westlichen Burgturm als Gefangener gefesselt, eingesperrt und später hingerichtet. Im gleichen Turm wurde auch der abgesetzte Papst Johannes XXll. gefangengehalten. Die Gottlieber Offnung (Dorfrecht, Ordnung und Gesetze) im Jahre 1521 dürfte aus der Regierungszeit von Bischof Otto und von Graf Sonnenberg stammen. Die Flächengrösse des Dorfes betrug 0,22 km2 oder 61 Jucharten. Im Schwedenkrieg 1633 versuchte der schwedische General Horn, Konstanz zu erobern. Horn kam mit seinen Truppen von Stein am Rhein nach Gottlieben und schlug im Dorf sein Hauptquartier auf, wo er eine Schiffsbrücke über den Rhein erstellte. Gottlieben mit seinen Schifflände war für den Salzimport seit Jahrhunderten von grosser Bedeutung. Mit dem Schiffsverkehr kam das Salz von Hall nach Gottlieben. Hier wurde gewogen und umgeladen in einer Zeit, da die Schweiz noch keine eigenen Salzgruben besass. so bestand bei der Wirtschaft zum Schiff, dem heutigen Hotel Haaghaus, ein Salzstadel, von wo das Salz durch die Gottlieber Fuhrleute in das Innere des Landes transportiert wurde. Durch die Eröffnung der Eisenbahnen ging der Salzumschlag am Rhein zu Ende. Der Marktflecken Gottlieben erlebte grossen Aufschwung in Handel, Fischerei und Handwerk. das Dorf zählte bis Ende des 19. Jahrhunderts acht Wirtschaften und Tavernen. Gottlieben besass schon vor 1660 eine eigene freiwillige Dorfschule (Chronik von H. Strauss). die heutige Kirche wurde 1735 für die evangelischen Bewohner erbaut. Für die Katholiken bestand gleich beim Eingang zum Dorf vor dem Schloss die St. Anna Kapelle. diese liess Prinz Napoleon nach dem Kauf des Schlosses um 1834 abbrechen. Das Baumaterial schenkte er nach Emmishofen, um die dortige Pfarrkirche auf Bernrain zu verlängern. Die einheimischen Geschlechter sind: Meyer, Hippenmeyer, Egloff, Kreis, Ribi und später Hummel, Strasser und Wittich.
 

Kurzversion 1:
Die Geschichte Gottliebens geht auf eine Wasserburg zurück, die der Konstanzer Bischof Eberhard II. von Waldburg 1251 erbauen liess. 1355 wurde Gottlieben durch Konrad von Homburg überfallen und niedergebrannt. Zur Zeit des Konstanzer Konzils, sass 1415 der Reformator Johannes Hus auf dem westlichen Burgturm in Gottlieben in einem hölzernen Blockhaus gefesselt, ebenso der abgesetzte Papst Johannes XXIII.
Im Schwabenkrieg nahm Bischof Hugo von Hohenlandenberg eine kaiserliche Besatzung im Schloss Gottlieben auf und duldete trotz seiner Neutralitätserklärung, dass auf die Eidgenossen geschossen wurde, was dazu führte, dass diese die bischöfliche Burg Kastell oberhalb Tägerwilen verbrannten. In der Folge verliess der Bischof Gottlieben für immer und hatte von da an seine Residenz in Meersburg. Im Dreissigjährigen Krieg schlug der schwedische Feldmarschall Gustav Horn sein Hauptquartier im Kampf gegen Konstanz in Gottlieben auf.
Am 5. März 1692 versanken bei einem Sturm drei Häuser in den Rhein, ein Unglück, das weitherum zu Reden gab. 1798 wurde auch die Obervogtei Gottlieben aufgehoben, wurde jedoch Hauptort eines Distrikts, bis 1874 Kreuzlingen Bezirkshauptort wurde.
 

Kurzversion 2:
Die Gründung Gottliebens fällt ungefähr ins Jahr 1251, als Bischof Eberhard von Konstanz seinen Wohnsitz hierher verlegte, weil die Konstanzer ihn zusehr ärgerten. Welthistorische Bedeutung erlangte Gottlieben zur Zeit des Konstanzer Konzils 1414 -1418. Neben dem Reformator Johannes Hus wurde auf dem Schloß auch Papst Johann XXIII. hier gefangen gehalten.
Im dreissigjährigen Krieg war Gottlieben Hauptquartier des Generals Horn, als er mit seinen Schweden Konstanz belagerte.
 

 

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