Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
 
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Elementarwesen, Dämonen
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Undine

Eine betörende Wasserfrau, die wie alle Naturdämonen keine Seele besitzt und glaubt, sie durch die Ehe mit einem Menschen erringen zu können.
Der Name geht schon auf Paracelsus zurück und ist von lat. unda (Welle, Woge) abzuleiten. Berühmt wurde diese Gestalt durch Friedrich de la Motte-Fouqués Erzählung „Undine“ (1811), die schon 1816 zu einer Oper vertont wurde. 1845 vertonte auch Albert Lortzing den Stoff zu seiner gleichnamigen Oper.
Vorbild der Undinen-Erzählung war eine mittelhochdeutsche Versnovelle (um 1300) vom Ritter von Staufenberg und seiner „Merfeye“. Als Geschlechtersage des in der Ortenau/Baden ansässigen Strassburger Geschlechtes von Diemringer hat wohl ein Angehöriger der Familie selbst diese Familienüberlieferung schriftlich festgehalten. Trotz der schon frühen literarischen Bearbeitung des Stoffes beruht die Sage doch auf echter volkstümlicher Tradition, denn das Motiv der Feenliebe entspricht mittelalterlichen Glaubensvorstellungen. Im 16. Jh. kannte nach Fischarts Zeugnis das Volk der Ortenau noch die Geschichte von Peter dem Staufenberger und der schönen „Meerfei“, wie man sie damals nannte. Hier wird die bei Fischart erwähnte mündliche Überlieferung der Sage in der Bevölkerung um das Schloss Staufenberg sichtbar, die die Sage „je und allwegen von ihren Vorältern also erzählen gehört“. Bereits Paracelsus (1493/94 bis 1541) erwähnt sie in seinem „Liber de nymphis“: „Also ist auch eine wahrhaftige Historie von der Nymphen in Stauffenberg, die sich mit ihrer Schöne in den Weg gesetzt hat und ihres Herrn, den sie begehrte erwartete . . . Nun war dieselbige Nymphe eine Wasserfrau, versprach sich demselbigen von Stauffenberg, blieb auch bei ihm so lange, bis er ein ander Eheweib nahm und sie für eine Teufelin hielt“, hier bezieht sich Paracelsus auf das mittelhochdeutsche Gedicht, in dem die Gestalt der Merfeye diabolisiert ist, d. h. durch christliche Überformung aus einer Gestalt der niederen Mythologie zu einem teuflischen Wesen geworden ist. Dieser Zug entsprach sicher nicht der ursprünglichen Volksüberlieferung, wie es sich auch an der inkonsequenten Haltung der Erzählung zeigt, in der die „frouwe“ von Gott spricht, was für eine Teufelsgestalt in der Sage undenkbar ist.
Bis in das 20. Jh. hinein hat diese Erzählung immer neue literarische Bearbeitungen erfahren. Sie zeigt nahe Verwandtschaft zu der Geschlechtersage der Herren von Lusignan bei Poltiers in der 1387-94 aufgezeichneten Chronik des Jean d`Arras „Historie de Lusignan“. Grosse Verbreitung gewann diese Fassung der Sage durch Volksbücher, die in Spanien, Holland und England erschienen. Das deutsche Volksbuch beruht auf der Prosafassung Thüring von Ringoltingens von 1456.

 


 

 

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