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Ein Druckgeist, der
nachts über den Schläfer kommt und auf seiner Brust liegt (sitzt), so dass
er in Atemnot gerät und sich ängstigt, einen Alptraum erleidet.
Für einen Menschen, meist sind es Frauen, ist es ein Verhängnis, wenn
allnächtlich seine Seele den Körper verlässt, um einen anderen Menschen, ein
Pferd oder einen Baum zu suchen, den sie „drücken“ muss, so dass er ächzt.
Mit den Druden hat das Volk Mitleid und sucht sie zu erlösen, da der Trieb
nicht eigene Schuld ist, wie die der Hexe, die sich dem Teufel verschrieben
hat. In der Sagenüberlieferung der Alpenländer nimmt die Drud ebenso wie der
Alb die Gestalt eines Rauchwölkchens, einer Feder, einer Hummel, Schlange
oder Kröte an.
Man wehrt die Drude ab, indem man einen Drudenfuss über dem Bett, am
Türrahmen oder dem Fenster anbringt oder ein Drudenmesser neben sich ins
Bett legt. Der Drudenfuss (mittelhochdeutsch trutenvuoz), auch Pentagramm,
Albfuss oder Pintakel genannt, ist ein fünfzackiger Stern, der aus fünf
geraden Linien gebildet wird, von denen jede sich mit zwei anderen über-
bzw. unterschneidet, so dass sich das Zeichen in einem Zug ziehen lässt.
Seine Form wird auf den Schwanen- bzw. Vogelfuss der Drude zurückgeführt.
Das Drudenmesser ist ein geschmiedetes Messer, auf dessen Klinge neun
Halbmonde und Kreuze eingestanzt sind. Wenn man es in einen plötzlich
entstehenden Wirbelwind hochwirft, muss die Windsbraut herunterfallen.
Die Vorstellung von Druckgeistern ist im gesamten deutschen Sprachgebiet
unter den verschiedensten Bezeichnungen: Alp, Drud, Mahrt, Walriderske,
Schrättele geläufig. Sie reicht bis in den österreichisch-magyarischen Raum,
wo man glaubt, dass sie nicht nur drücke, sondern auch Frauen, Männern und
Kindern Milch aus den Brustwarzen sauge. Die Brüste der so Befallenen werden
hart und schmerzen. Die Druckangst sowie das eben beschriebene Symptom
weisen möglicherweise auf die Entstehung dieser Vorstellung aus
Krankheitsbildern wie Angina pectoris u. ä. hin.
Wie im Volksglauben die Meinung besteht, unter sieben Töchtern sei meist
eine Drude, so glaubt man im Oldenburgischen, unter sieben Söhnen sei meist
ein Werwolf.
Das Wort geht auf mittelhochdeutsch trute und gotisch trudan (treten,
stossen) zurück, die Trud ist also eine, die tritt; in den Alpenmundarten
heisst der Druckgeist daher auch Stampfe oder romanisiert Stampa. |