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Das Wort Upanishad wird
als „esoterische Lehre" übersetzt. Die Upanishaden sind eine Interpretation
der Veden mit Hilfe der vedantischen Methoden. Sie bildet den dritten
Abschnitt der Veden, der an die Brahmanas angehängt ist und als ein Teil der
Sruti oder des „geoffenbarten" Wortes gilt. Als Aufzeichnungen sind sie
jedoch viel älter als die Brahmanas - mit Ausnahme der beiden noch
vorhandenen, die dem Rig Veda der Aitareyins beigefügt sind.
Die Hindu-Pandits erklären den Ausdruck Upanishad als „das, was Unwissen
zerstört und so Befreiung" des Geistes „hervorbringt", durch die Kenntnis
der obersten, jedoch verborgenen Wahrheit. Genau hierauf hat auch Jesus
hingewiesen, der in Johannes 8, 32 mit den Worten zitiert wird: „Und ihr
werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." Aus
den Abhandlungen der Upanishaden - die selbst das Echo der ursprünglichen
Weisheitsreligion sind - ist das Vedanta-System der Philosophie entwickelt
worden.
Doch so alt die Upanishaden auch sein mögen, die Orientalisten werden auch
der ältesten von ihnen kein höheres Alter als 600 Jahre vor Christus
zubilligen. Schätzungen zufolge gibt es etwa 150 dieser Abhandlungen, von
denen jedoch nicht mehr als etwa zwanzig bis heute unverfälscht geblieben
sind. Sie behandeln sehr schwierige, metaphysische Themen wie den Ursprung
des Universums, die Natur und die Essenz der unmanifestierten Gottheit und
der manifestierten Götter, die ursprüngliche und letzte Verbindung von.
Geist und Materie, die Universalität des Denkens und die Natur der
menschlichen Seele und des menschlichen Egos.
Die Upanishaden müssen erheblich älter sein als der Buddhismus, da sie weder
die Überlegenheit der Brahmanen als Kaste hervorheben noch eine solche
behaupten. Im Gegenteil ist es die (heute) zweite Kaste, die Kshatriya- oder
Krieger-Klasse, die in den ältesten Upanishaden gepriesen wird. Wie
Professor Cowell in Elphinstones History of India sagt, „atmen sie eine
Freiheit des Geistes, die jedem früheren Werk ausser dem Rig-Veda unbekannt
ist.... Immer wieder wird geschildert, wie die grossen Lehrer des höheren
Wissens und die Brahmanen zu Kshatriya-Königen gehen, um deren Schüler zu
werden." Die ,,Kshatriya-Könige" waren in alten Zeiten, wie die
Hierophanten-Könige Ägyptens, die Bewahrer des höchsten göttlichen Wissens
und der Weisheit, die Auserwählten und die Inkarnationen der ursprünglichen
göttichen Unterweiser – der Dhyani-Buddhas oder Kumaras.
Es gab eine Zeit, Äonen bevor die Brahmanen eine Kaste wurden und sogar noch
bevor die Upanishaden geschrieben wurden, da es auf Erden nur eine „Lippe"
gab, eine Religion und eine Wissenschaft: die Sprache der Götter, die
Weisheitsreligion und die Wahrheit. Dies war so, bevor deren reine Felder
von vielsprachigen Nationen überlaufen und vom Unkraut absichticher
Täuschung überwuchert wurden und bevor nationale Glaubensbekenntnisse, die
aus Ehrgeiz, Grausamkeit und Selbstsucht ersonnen wurden, die eine heilige
Wahrheit in Tausende von Fragmenten zerbrachen. |