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Ullambana

Ullambana ist das Fest „aller Seelen" und damit der Prototyp des Allerseelen(Allerheiligen)-Festes in christlichen Ländern. In China wird es jährlich zum siebten Mond veranstaltet. Dann „lesen buddhistische wie auch taoistische Priester Messen, um die Seelen derer, die auf dem Land oder zur See verstorben sind, vom Fegefeuer zu erlösen. Sie verstreuen Reis, um die Pretas (sechsunddreissig Klassen von stets hungrigen und durstigen Dämonen) zu füttern, weihen häusliche Ahnenschreine, ... rezitieren Tantras, begleitet von magischem Fingerspiel (Mudra), um die Ahnengeister von sieben Generationen in Naraka zu erfreuen" (einer Art von Fegefeuer oder Kama-loka).
E. J. Eitel, der Autor des Sanskrit-Chinese Dictionary, hält dies für das alte tibetische (zum Bon-Glauben gehörende) „Torma-Ritual, das auf konfuzianische Ahnenverehrung aufgepfropft" sei. Er führt es auf Dharmaraksha zurück, der das Ullambanasutra übersetzt und in China eingeführt habe. Das besagte Sutra ist sicherlich eine Fälschung, da es diese Riten unter Berufung auf Sakyamuni Buddha anführt und „sie durch die angeblichen Erfahrungen seiner Hauptschüler untermauert, denn Ananda soll die Pretas durch Speiseopfer besänftigt haben".
Doch wie Eitel richtig feststellt, „ist die gesamte Theorie mit ihrer Vorstellung von Fürsprechgebeten, priesterlichen Litaneien und Totenmessen sowie Ahnenverehrung dem alten und südlichen Buddhismus völlig fremd". Und dies trifft ebenso auf den nördlichen Buddhismus zu, wenn wir die Sekten von Bhutan und Sikkim ausklammern, die dem Bon- oder Dugpa-Glauben angehören - kurzum die Rotkappen. Da die Zeremonien des Allerheiligentages oder der Allerheiligentage bekanntlich im dritten Jahrhundert (265-292) in China eingeführt wurden und da dieselben römisch-katholischen Zeremonien und das Ritual für die Toten, das am 2. November veranstaltet wird, in diesen frühen Tagen des Christentums nicht existierten, können die Chinesen diesen religiösen Brauch nicht von den Katholiken entlehnt haben. Vielmehr ahmten die Christen die Mongolen und Chinesen nach.


 

 

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