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Trisarana

Das Trisarana ist gleichbedeutend mit dem „Triratna" und wird sowohl von der nördlichen als auch von der südlichen Kirche des Buddhismus anerkannt. Nach dem Tod des Buddha wurde es von der Ratsversammlung nur als eine Art von Formula fidei (Glaubensformel) angenommen, die auferlegt, „in Buddha Zuflucht zu nehmen", „in Dharma Zuflucht zu nehmen" und „in Samgha Zuflucht zu nehmen" oder in seiner Kirche, wie es jetzt interpretiert wird. Doch in diesem Sinne hatte die „Leuchte Asiens" die Glaubensformel nicht gelehrt.
Über Trikaya teilt E. J. Eitel aus Hongkong in seinem Handbook of Chinese Buddhism mit, dass diese „Dreiteilung im Hinblick auf die Natur aller Buddhas gelehrt wurde. Bodhi ist das Charakteristikum eines Buddha" – und dabei unterscheidet er zwischen „essentiellem Bodhi" als dem Attribut des Dharmakaya, d. h. des „essentiellen Körpers", „reflektiertem Bodhi" als dem Attribut des Sambhogakaya und „angewandtem Bodhi" als dem Attribut des Nirmanakaya. Von Buddha, der diese drei Bedingungen der Existenz in sich vereinigt, heisst es, er lebe zur selben Zeit in drei verschiedenen Sphären.
Nun, dies zeigt, wie sehr die rein pantheistische und philosophische Lehre missverstanden wird. Wir wollen uns nicht mit der Frage aufhalten, wie selbst ein Dharmakaya-Gewand in Nirvana irgendein Attribut haben kann, denn dieser Zustand wird im philosophischen Brahmanismus ebensosehr wie im Buddhismus dargestellt als bar jeglichen Attributs, wie es sich menschliches endliches Denken vorstellt. Es mag vielmehr genügen, auf folgendes hinzuweisen:

  1. Das Nirmanakaya-Gewand wird von den „Buddhas des Mitleids" dem Dharmakaya-Zustand gerade deshalb vorgezogen, weil der Dharmakaya den, der ihn erlangt, von jeder Kommunikation oder Verbindung mit dem Endlichen, d. h. mit der Menschheit, ausschliesst.

  2. Es ist nicht Buddha (Gautama, der sterbliche Mensch, oder irgendein anderer persönlicher Buddha), der allgegenwärtig „in drei verschiedenen Sphären gleichzeitig" lebt, sondern Bodhi, das universale und abstrakte Prinzip göttlicher Weisheit, das in der Philosophie durch Adi-Buddha symbolisiert wird. Dieser ist es, der allgegenwärtig ist, weil er die universale Essenz oder das universale Prinzip ist.

Mit der Bezeichnung „essentieller Bodhi" ist Bodhi gemeint – oder der Geist der Buddhaschaft –, nachdem er sich in seine uranfängliche homogene Substanz aufgelöst hat und in ihr aufgegangen ist, wie Brahma (das Universum) in Parabrahman, der ABSOLUTHEIT, aufgeht. Denn der Nirvanin oder Dhyani-Buddha muss – da er in Arupadhatu, dem formlosen Zustand, und im Dharmakaya lebt – als jener „essentielle Bodhi" selbst betrachtet werden. Die Dhyani-Bodhisattvas, die ursprünglichen Strahlen des universalen Bodhi, sind es, die in „reflektiertem Bodhi" in Rupadhatu oder der Welt der subjektiven „Formen" leben. Und die Nirmanakayas (Mehrzahl) bleiben, nachdem sie ihre Leben des „angewandten Bodhi" in den „erleuchteten" oder Buddha-Formen beendet haben, freiwillig im Kamadhatu (der Welt des Begehrens), ob in objektiven Formen auf Erden oder in subjektiven Zuständen in ihrer Sphare (dem zweiten Buddhakshetra). Dies tun sie, um über die Menschheit zu wachen, sie zu beschützen und ihr zu helfen.
So ist weder ein Buddha gemeint noch irgendein besonderer Avatara der vereinten Diyani-Buddhas, sondern wahrhaftig Adi-Bodhi – der erste Logos, dessen ursprünglicher Strahl Maha-buddhi ist, die Universale Seele, ALAYA -, dessen Flamme allgegenwärtig ist und dessen Einfluss in jeder der drei Formen der Existenz eine unterschiedliche Sphäre hat: Er ist Universales Sein selbst oder die Reflexion des Absoluten. Während es also philosophisch ist, zu sagen, dass Bodhi „als Dhyani-Buddha im Bereich des Spirituellen regiert" (im vierten Buddhakshetra oder Gebiet des Buddha), dass die Dhyani-Bodhisattvas „im dritten Buddhakshetra regieren" oder im Bereich der Ideation und sogar dass die Manushya-Buddhas als Nirmanakayas im zweiten Buddhakshetra wirken, so ist es höchst unphilosophisch, die „Vorstellung von einer Einheit in der Dreiheit" auf drei Persönlichkeiten anzuwenden.


 

 

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