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Theosophische Gesellschaft

Die Theosophische Gesellschaft wurde 17. November 1875 in New York, USA, Helena Petrowna Blavatsky, Henry S. Olcott, William Quan Judge und einigen anderen gegründet. Sie ist Teil einer universalen, geistigen, intellektuellen und ethischen Bewegung, die zu allen Zeitaltern tätig war. Grundlage dieser Bewegung ist die Tatsache, dass ,Universale Bruderschaft' den Urgrund allen Seins bildet."

Die Ziele der ursprünglichen Theosophischen Gesellschaft lauten:

  1. Bruderschaft unter den Menschen, ohne Unterscheidung von Rasse, Farbe, Religion oder sozialer Stellung;

  2. Studium der alten Weltreligionen mit dem Ziel, sie zu vergleichen und aus ihnen universale Ethik herauszulesen;

  3. Studium und Entwicklung der latenten göttlichen Krafte im Menschen.

„Im Jahre 1878 wurden H.P. Blavatsky und Olcott von der Gesellschaft beauftragt, nach Indien zu reisen. 1882 wurde dort in Madras eine Hauptverwaltungsstelle eingerichtet, in der Olcott später wohnen blieb. H.P. Blavatsky selbst verliess Indien im Jahre 1885 für immer."
Nach Zwischenaufenthalten in Würzburg, Elberfeld und Ostende siedelte sie im April 1887 nach London über. Hier vollendete sie die bereits in Würzburg begonnene Arbeit an ihrem Hauptwerk Die Geheimlehre, das 1888 erschien und bis heute fundamentale Bedeutung hat. Am 8. Mai 1891 starb sie nach schwerer Krankheit.
Während H. P. Blavatskys Aufenthalt in Indien und Europa „wurde der Fortbestand der Gesellschaft in Amerika durch Judge aufrechterhalten, und 1887 wurde sie in die autonome ‚Amerikanische Abteilung der Theosophischen Gesellschaft' mit Judge als Generalsekretar umgewandelt.
Inzwischen hatte sich die Theosophische Gesellschaft über die ganze Welt verbreitet, und es wurden eine Anzahl selbständiger Landesabteilungen gebildet. Im Jahre 1890 wurde Judge ihr Präsident.
Der innere Kern der Gesellschaft war jedoch nach wie vor die Esoterische Abteilung, die nach dem Plan Judges von H. P. Blavatsky im Jahre 1888 errichtet worden war. Sie war keine Landesabteilung, vielmehr wurde sie von jenen Mitgliedern gebildet, die bestrebt waren, durch direkte Belehrung ein tieferes esoterisches Wissen zu erlangen, und die auch willens waren, gewisse Verpflichtungen auf sich zu nehmen. Daher wurde H. P. Blavatsky ihr allgemeines äusseres Haupt; aber die Esoterische Abteilung in Amerika unterstellte sie Judge als ihrem einzigen Vertreter, während sie sonst niemandem eine ähnliche Stellung übertrug.t
Nach dem Tode H. P. Blavatskys leitete Judge die Theosophische Gesellschaft. Er war bereits zu ihren Lebzeiten von ihr selbst zu ihrem Nachfolger bestimmt worden. 1894 erfolgte eine Spaltung der Gesellschaft. Annie Besant, die bekannte radikale Freidenkerin in England, war 1888 vom Materialismus zur Theosophie übergewechselt. 1893 besuchte sie Indien und trat in enge Beziehung zu den Brahmanen. Zur Wahl standen bei der unglückseligen Spaltung Annie Besant, die von Olcott unterstützt wurde, und Judge. Wegen der Stellung, die Judge einnahm, und aufgrund seiner sonstigen Eigenschaften und da Olcott nicht Mitglied der Esoterischen Abteilung war, entschied sich die Mehrheit der Mitglieder der ganzen Gesellschaft für Judge und wählte ihn im Jahre 1895 auf Lebenszeit zum Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, die er von 1891 bis 1896 leitete.
Diejenigen Mitglieder, die A. Besant folgten, behielten Adyar in Indien als Hauptsitz bei, und Olcott wurde ihr Präsident. Als er im Jahr 1907 starb, folgte A. Besant ihm in seinem Amt."
So entstand neben der ursprünglichen amerikanischen Gesellschaft, der heutigen Point Loma-Gesellschaft, die Adyar-Gesellschaft in Indien. Im Laufe der Zeit bildeten sich dann weitere unabhängig voneinander arbeitende Gesellschaften in aller Welt.
Als Judge im Jahre 1896 gestorben war, wurde seiner Bestimmung zufolge seine langjährige Mitarbeiterin Katherine Tingley seine Nachfolgerin. Sie reorganisierte die Theosophische Gesellschaft im Jahre 1898 in „Universale Bruderschaft" und „Theosophische Gesellschaft" und verlegte den Hauptsitz im Jahre 1900 von New York nach Point Loma (Kalifornien). Dort gründete sie 1919 die berühmte Theosophische Universität. Als sie im Jahre 1929 starb, ging die Leitung der Gesellschaft und der Universität an ihren engsten Mitarbeiter Gottfried von Purucker über, der seit der Gründung der Universität insbesondere den Lehrstuhl für Hebräisch und Sanskrit betreut hatte.
Unter der Leitung Gottfried von Puruckers wurde die Verfassung revidiert. Dabei wurden die Ziele und Zwecke der Theosophischen Gesellschaft wie folgt erweitert:

  1. Unter den Menschen die Kenntnis der im Weltall waltenden Gesetze zu verbreiten.

  2. Zu lehren, dass alles Sein dem inneren Wesen nach EINS ist, und zu beweisen, dass diese Einheit der Natur zugrunde liegt.

  3. Eine tätige Bruderschaft unter den Menschen zu bilden.

  4. Alte und moderne Religion, Wissenschaft und Philosophie zu studieren.

  5. Die dem Menschen innewohnenden Kräfte zu erforschen.

Gottfried von Purucker führte die Präsidentschaft der Theosophischen Gesellschaft in Amerika sowie die der Universität von 1929 bis zu seinem Tod 1942 aus. Sein zweibändiges Standardwerk Grundlagen der Esoterischen Philosophie ist der einzige autorisierte Kommentar zu H. P. Blavatskys Werken Die Geheimlehre und Isis Entschleiert. Kurz vor seinem Tod im September 1942 verlegte Gottfried von Purucker das Hauptquartier der Theosophischen Gesellschaft in den Kriegswirren nach Covina in Kalifornien. Die Theosophische Gesellschaft Point Loma (Covina) steht in Deutschland seit dem 17. Oktober 1964 unter der Leitung von Hermann Knoblauch (Hannover).
In der über 120jährigen Geschichte der Theosophischen Gesellschaft wurden zahlreiche Zweigstellen gegründet, die sich teilweise mit etwas geandertem Programm von der Hauptlinie abspalteten.


 

 

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