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Naga, wörtlich
„Schlange", ist im indischen Pantheon der Name der Schlangen- oder
Drachengeister und der Bewohner von Patala, der Hölle. Da aber Patala die
Antipoden bedeutet und der Name ist, den die Inder im Altertum Amerika gaben
- denn sie kannten und besuchten diesen Kontinent, bevor Europa jemals von
ihm gehört hatte -, ist Naga wahrscheinlich mit dem mexikanischen Ausdruck
Nagal verwandt, der Bezeichnung für die (heutigen) Zauberer und
Medizinmanner. Die Nagas sind auch die burmesischen Natas, Schlangengötter
oder „Drachendämonen".
Im Esoterizismus jedoch ist Naga ein Name für „weise Menschen" oder Adepten.
In China und Tibet werden die „Drachen" als Schutzgottheiten der Welt und
verschiedener Orte auf Erden angesehen, und zur Erklärung wird dem Wort die
Bedeutung „Adepten, Yogins und Narjols" gegeben. Der Ausdruck bezieht sich
auf ihr grosses Wissen und ihre Weisheit. Auch in den alten Sutras und
Biographien Buddhas wird dies belegt. Der Naga ist stets ein weiser Mensch,
der mit ausserordentlichen magischen Kräften begabt ist, in Süd- und
Mittelamerika wie in Indien, in Chaldäa wie auch im alten Ägypten.
In China war die „Verehrung" der Nagas weit verbreitet, und sie hat noch
mehr zugenommen, seit Nagarjuna (wörtlich der „grosse Naga", der „grosse
Adept"), der vierzehnte buddhistische Patriarch, China besucht hat. Die „Nagas"
werden von den Chinesen als die „Schutzgeister oder Schutzgötter der fünf
Regionen oder der vier Himmelsrichtungen und des Zentrums, als die Wächter
der fünf Seen und vier Ozeane" angesehen. Dies bedeutet, auf seinen Ursprung
zurückverfolgt und esoterisch übersetzt, dass die fünf Kontinente und ihre
fünf Wurzelrassen immer unter der Schutzherrschaft „irdischer Gottheiten",
d. h. weiser Adepten, gestanden haben. Die Überlieferung, dass die Nagas
Gautama Buddha bei seiner Geburt wuschen, ihn schützten und die Überreste
seines Körpers hüteten, als er tot war, weist ferner darauf hin, dass die
Nagas weise Menschen, Arhats, waren, und keine Ungeheuer oder Drachen. Dies
wird auch durch unzählige Geschichten bekräftigt, die den Übertritt von
Nagas zum Buddhismus schildern. Der Naga eines Sees in einem Wald in der
Nähe von Rajagriha und viele andere „Drachen" wurden so von Buddha zum guten
Gesetz bekehrt. |