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Jerusalem

Jerusalem wird in der Septuaginta Jerosalem, in der Vulgata Hierosolyma und im Hebräischen Jeruschalajim oder „Stadt des Friedens" geschrieben, doch die alten Griechen nannten es richtig Hierousalem oder „Geheimes Salem", denn Jerusalem ist eine Wiedergeburt von Salem, dessen König-Hierophant Melchisedek war, ein erklärter Sternenverehrer und Anbeter der Sonne, nebenbei bemerkt, „der Höchsten" (Sonne). Dort regierte zu seiner Zeit auch Adoni-Zedek, der letzte seiner Amoriter-Herrscher. Er verbündete sich mit vier anderen, und diese fünf Könige machten sich auf, Gibeon zurückzuerobern, zogen aber (gemäss Josua 10) in dem Geplänkel den kürzeren. Und es war kein Wunder, denn diesen fünf Königen stand nicht nur Josua gegenüber, sondern auch der „Herr Gott" und ebenso die Sonne und der Mond. An jenem Tag, so lesen wir, „stand" auf Befehl des Nachfolgers des Moses „die Sonne still, und der Mond blieb stehen" (Josua 10, 13), den gesamten Tag lang. Kein sterblicher Mensch, König oder Diener, konnte natürlich solch einem Hagel „von grossen Steinen vom Himmel" standhalten, wie er vom Herrn selbst auf sie geworfen wurde ...„von Bet-Horon bis Aseka" , „dass sie starben" (Josua 10, 11). Nachdem sie gestorben waren, „flohen sie und versteckten sich in einer Höhle bei Makkeda" (Josua 10, 16).
Es scheint jedoch, dass solch ein unwürdiges Benehmen bei einem Gott später seine karmische Bestrafung erhielt. Zu verschiedenen Zeiten der Geschichte wurde der Tempel des jüdischen Herrn ausgeraubt, zerstört und niedergebrannt, samt heiliger Bundeslade, Cherubim, Schechina und dergleichen, doch jene Gottheit schien machtlos zu sein, ihr Eigentum vor der Entweihung zu schützen, so als waren im Himmel keine Steine mehr übrig geblieben. Nachdem Pompejus den zweiten Tempel im Jahre 63 v. Chr. eingenommen hatte und der dritte, erbaut von Herodes dem Grossen, von den Römern im Jahre 70 n. Chr. dem Erdboden gleich gemacht worden war, durfte in der Hauptstadt des „auserwählten Volkes" des Herrn kein neuer Tempel mehr errichtet werden. Trotz der Kreuzzüge gehört Jerusalem seit dem 13. Jahrhundert den Mohammedanern, und fast jede Stätte, die der Erinnerung der alten Israeliten und auch der Christen heilig und teuer ist, ist nun (1890) übersät von Minaretten und Moscheen, türkischen Kasernen und anderen Denkmälern des Islam.

 

 

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