|
Iamblichos war ein
grosser Theurg, Mystiker und Schriftsteller des dritten und vierten
Jahrhunderts, ein Neuplatoniker und Philosoph, geboren in Chalkis in
Cölesyrien. Verlässliche Biographien über ihn hat es nie gegeben, dafür
sorgten die Christen, die ihn als Gegner betrachteten. Doch bereits das
wenige, das in isolierten Fragmenten aus Werken unparteiischer heidnischer
und unabhängiger Schriftsteller über sein Leben gesammelt wurde, zeigt, wie
ausgezeichnet und heilig sein moralischer Charakter und wie gross seine
Gelehrtheit war. Er kann der Begründer der theurgischen Magie unter den
Neuplatonikern und der Wiederbeleber der praktischen Mysterien ausserhalb
der Tempel genannt werden.
Seine Schule unterschied sich zuerst von der des Plotin und des Porphyrios,
die zeremonielle Magie und praktische Theurgie strikt als gefährlich
ablehnten. Spater jedoch überzeugte er Porphyrios, dass sie bei einigen
Gelegenheiten ratsam seien, und Meister wie Schüler glaubte fest an Theurgie
und Magie. Die Theurgie ist in der Hauptsache die höchste und wirksamste Art
der Kommunikation mit dem eigenen höheren Ego vermittels des Astralkörpers.
Sie ist wohltätige Magie, und sie wird nur gotisch oder dunkel und böse,
wenn sie zur Nekromantie oder zu selbstischen Zwecken angewandt wird; aber
solche dunkle Magie ist niemals von einem Theurgen oder Philosophen ausgeübt
worden, dessen Name uns unbefleckt von irgendeiner bösen Tat überliefert
ist. So sehr war Porphyrios (der der Lehrer des Iamblichos in der
Neuplatonischen Philosophie wurde) von der Theurgie überzeugt, dass er,
obwohl er sie selbst niemals ausübte, doch Instruktionen für die Erlangung
dieser heiligen Wissenschaft erteilte. So sagt er in einer seiner Schriften:
„Wer immer mit der Natur göttlich leuchtender Erscheinungen vertraut ist,
weiss auch, aus welchem Grunde es notwendig ist, sich aller Vögel (und
tierischen Nahrung) zu enthalten, besonders für denjenigen, der sich beeilt,
von irdischen Sorgen befreit zu werden und sich bei den himmlischen Göttern
niederzulassen". Darüber hinaus erwähnt derselbe Porphyrios in seinem Leben
des Plotin einen Priester aus Ägypten, der „auf Ersuchen eines gewissen
Freundes Plotins ihm im Tempel der Isis in Rom den vertrauten Daimon jenes
Philosophen zeigte". Mit anderen Worten, er bewirkte die theurgische
Anrufung, durch die der ägyptische Hierophant oder der indische Mahatman
ehedem sein eigenes astrales Doppel oder das irgendeiner anderen Person mit
der Erscheinung seines höheren EGO oder dessen, was Bulwer Lytton das
„Leuchtende Selbst", das Augoeides, nennt, bekleiden und sich mit Ihm
unterhalten konnte. Dies ist es, was Iamblichos und viele andere mit
Vereinigung mit der Gottheit meinten.
Iamblichos schrieb viele Bücher, doch nur einige seiner Werke sind erhalten,
wie zum Beispiel seine Àgyptischen Mysterien und eine Abhandlung Über
Dämonen, in der er sehr streng gegen jeden Verkehr mit diesen eintritt. Er
war ein Biograph des Pythagoras und tief bewandert in dessen System, auch
war er in den chaldäischen Mysterien erfahren. Er lehrte, dass das Eine oder
die universale MONADE das Prinzip aller Einheit wie auch aller
Verschiedenheit ist, oder der Homogenität und der Heterogenität; dass die
Duade, oder zwei („Prinzipien"), der Verstand ist, das, was wir Buddhi-Manas
nennen; drei ist die Seele (das niedere Manas) usw. Es gibt viel
Theosophisches in seinen Lehren, und seine Werke über die verschiedenen
Arten von Dämonen (Elementalen) sind eine Quelle esoterischen Wissens für
den Studierenden. Seine Enthaltsamkeit, Reinheit des Lebens und
Ernsthaftigkeit waren gross. Iamblichos soll einst zehn Ellen (ca. 7 m) hoch
vom Boden levitiert sein, wie dies auch von einigen der modernen Yogins und
ebenso von grossen Medien bekannt ist. |