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Berosos (4.-3. Jh. v. Chr.)

Berosos war ein Priester vom Tempel des Belos, der für Alexander den Grossen die Geschichte der Kosmogonie schrieb, so wie sie in den Tempeln gelehrt wurde. Er stützte sich dabei auf die astronomischen und chronologischen Aufzeichnungen, die in jenem Tempel erhalten waren. Die Fragmente, die in der sogenannten Übersetzung des Eusebios vorliegen, sind sicherlich so unzuverlässig, wie der Biograph des Kaisers Konstantin - aus dem er einen Heiligen (!!) machte - sie anfertigen konnte. Der einzige Führer zu dieser Kosmogonie kann heute in den Fragmenten der assyrischen Tafeln gefunden werden, deren Hauptteil offensichtlich fast wörtlich von den früheren babylonischen Aufzeichnungen kopiert wurde. Diese sind, die Orientalisten mögen anderer Meinung sein, unleugbar die Originale der mosaischen Genesis, der Berichte über die Sintflut, den Turm von Babel, den Säugling Moses, der schwimmend auf den Wassern ausgesetzt wurde, und andere Ereignisse. Die Fragmente aus der Kosmogonie des Berosos, die Eusebios so sorgfältig redigiert und wahrscheinlich verstümmelt und ergänzt hat, sind zwar allein noch kein wirklicher Beweis für das Alter dieser Aufzeichnungen in Babylonien, denn der Priester des Belos lebte dreihundert Jahre nach der Zeit, in der die Juden als Gefangene nach Babylon gebracht wurden, und somit könnten die Assyrer sie sich von den Juden geborgt haben. Spätere Entdeckungen jedoch haben solch eine tröstende Hypothese unmöglich gemacht. Es ist nun von orientalistischen Gelehrten vollständig sichergestellt, dass nicht nur „Assyrien seine Zivilisation und seine Schriftzeichen von Babylonien borgte", sondern die Assyrer ihre Literatur von babylonischen Quellen abschrieben. Darüber hinaus zeigt Professor Sayce in seiner ersten Hibbert-Vorlesung, dass die Kultur von Babylonien selbst wie auch die der Stadt Eridu fremdländische Importe waren; und gemäss diesem Gelehrten stand die Stadt Eridu schon „vor 6000 Jahren am Ufer des Persischen Golfs", d. h. etwa gerade um die Zeit, in der die Genesis die Elohim die Welt, die Sonne und die Sterne aus dem Nichts erschaffen lässt.


 

 

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