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Bardesanes (155-222)

Bardesanes oder Bardaisan war ein syrischer Gnostiker, der irrigerweise auch als christlicher Theologe angesehen wird. Er wurde im Jahre 155 unserer Ära in Edessa geboren und war ein bedeutender Astrologe und Anhänger des östlichen okkulten Systems. Porphyrios zufolge (der ihn den Babylonier nennt, wahrscheinlich aufgrund seines Chaldäismus oder seiner Astrologie) „hatte Bardesanes ... Umgang mit den Indern, die mit Damadamis an ihrer Spitze zum Kaiser gesandt worden waren", und war von den indischen Gymnosophisten unterwiesen worden. Tatsache ist, dass die meisten seiner Lehren, wie sehr sie auch von seinen zahlreichen gnostischen Nachfolgern geändert worden sein mögen, auf die indische Philosophie zurückverfolgt werden können und noch mehr auf die okkulten Lehren des geheimen Systems. So spricht er in seinen Hymnen von der schöpferischen Gottheit als von „Vater-Mutter" und anderswo vorn „astralen Schicksal" (Karma), von „Gemütern von Feuer" (den Agni-devas) usw.
Er brachte die Seele (das persönliche Manas) mit den sieben Sternen in Verbindung und leitete ihren Ursprung von den Höheren Wesen (dem göttlichen Ego) ab. Deshalb „stimmte er der spirituellen Auferstehung zu, leugnete jedoch die Auferstehung des Körpers", wie es ihm von den Kirchenvätern zur Last gelegt wurde. Laut Ephraim predigte er die Tierkreiszeichen und die Bedeutung der Geburtsstunden und „verkündete die Sieben". Er nennt die Sonne den „Vater des Lebens" und den Mond die „Mutter des Lebens" und legt dar, dass die letztere „ihr Gewand von Licht (ihre Prinzipien) ablegt für die Erneuerung der Erde". Photios kann nicht verstehen, dass Bardesanes zwar „die Seele als frei von der Macht der genesis (Schicksal der Geburt)" und im Besitz von freiem Willen annahm, den Körper aber noch unter die Herrschaft der Geburt (Genesis) stellte. Denn „sie (die Bardesanisten) sagen, dass Wohlstand, Armut, Krankheit, Gesundheit, Tod und alle Dinge, die nicht innerhalb unserer Kontrolle liegen, Werke des Schicksals sind". Dies ist ganz offensichtlich Karma, das keineswegs freien Willen ausschliesst.
Hippolyt macht aus Bardesanes einen Repräsentanten der östlichen Schule. Über die Taufe soll Bardesanes gesagt haben: „Es ist jedoch nicht allein das Bad, das uns frei macht, sondern das Wissen darüber, wer wir sind, was wir geworden sind, wo wir vorher waren, wohin wir eilen, wodurch wir erlöst werden; was Generation (Geburt) und was Re-generation (Wieder-Geburt) ist". Dies weist offen auf die Lehre von der Reinkarnation hin. Sein Gesprach (Dialog) mit Awida und Barjamina über Schicksal und freien Willen beweist es. „Was Schicksal genannt wird, ist eine Ordnung des Ausflusses, die den Herrschern (Göttern) und Elementen gegeben wird und gemäss welcher die Intelligenzen (Geist-Egos) durch ihren Abstieg in die Seele geändert werden und die Seele durch ihren Abstieg in den Körper".


 

 

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