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Aryasamgha (6. Jh. v. Chr.)

Aryasamgha war der Gründer der ersten Yogachara-Schule. Dieser Arhat, ein direkter Schüler Gautamas, des Buddhas, wird unerklärlicherweise mit einer Persönlichkeit ähnlichen Namens (Asatiga) verwechselt und durcheinandergebracht, die etwa im fünften oder sechsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung in Ayodhya (Oude) gelebt haben soll und zusätzlich zum Yogachara-System einen Tantrika-Kult gelehrt hat. Diejenigen, die diesen populär machen wollten, gaben vor, er sei derselbe Aryasamgha, der Anhänger des Sakyamuni, und sei 1000 Jahre alt. Doch schon der Urkundenbeweis reicht aus, um zu zeigen, dass die Werke, die von ihm geschrieben und etwa im Jahre 600 unserer Zeitrechnung übersetzt worden sind Werke voller Tantra-Verehrung, Ritualismus und Lehren, die nun zum grossen Teil von den „Rotkappen"-Sekten in Sikkim, Bhutan und Klein-Tibet befolgt werden, nicht dasselbe sein können wie das erhabene System der frühen YogacharaSchule des reinen Buddhismus, der weder nördlich noch südlich ist, sondern gänzlich esoterisch. Auch wenn keines der echten Yogachara-Bücher (der Narjol chodpa) jemals veröffentlicht oder zum Kauf angeboten wurde, finden wir doch im Yogachara-bhumi-sastra des Pseudo-Aryasamgha sehr viel aus dem älteren System, in dessen Lehren er initiiert worden sein mag. Es ist jedoch so sehr mit Sivaismus, Tantrika-Magie und Aberglauben vermischt, dass das Werk seinen eigenen Zweck vereitelt, ungeachtet seiner bemerkenswerten dialektischen Subtilität.
Wie unzuverlassig die Schlussfolgerungen sind, zu denen die Orientalisten kommen, und wie widersprüchlich die Daten sind, die sie anführen, ist an diesem Fall erkennbar. Während Csoma de Körös (der, nebenbei gesagt, die Gelugpa oder Gelbkappen niemals kennenlernte, sondern seine gesamte Information von „Rotkappen"-Lamas des Grenzgebietes erhielt) den Pseudo-Aryasamgha im siebten Jahrhundert unserer Zeitrechnung ansiedelt, beweist Wassiljew, der den grössten Teil seines Lebens in China verbrachte, dass er viel früher gelebt hat; und Wilson, der von der Zeit spricht, zu der Aryasamghas Werke, die noch im Sanskrit vorhanden sind, geschrieben wurden, hält es nun für „erwiesen, dass sie spätestens in der Zeit zwischen eineinhalb Jahrhunderten vor der Ära der Christenheit bis ebensolange danach geschrieben worden sind". Da es ausser Zweifel steht, dass die religiösen Werke des Mahayana alle lange vor Aryasamghas Zeit geschrieben wurden - ob er nun im „zweiten Jahrhundert v. Chr." lebte oder im „siebten unserer Zeitrechnung" - und dass diese alles und weit mehr von den grundlegenden Lehren des Yogachara-Systems enthalten, das von dem ayodhyanischen Nachahmer so entstellt wurde, ist auf alle Fälle zu schlussfolgern, dass irgendwo eine authentische Niederschrift existieren muss, die frei ist von volkstümlichem Sivaismus und von Magie linker Hand.


 

 

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