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Altes Ägypten, Pharaonen
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Weisheitsliteratur

Gattung didaktischer Texte, die man als die charakteristischste Form ägyptischer Literatur bezeichnen könnte. Sie lässt sich unterteilen in die sebayt oder „Lehren“ und in die Auseinandersetzungsliteratur.
Die früheste erhaltene sebayt, eine Reihe von Maximen über „das richtige Verhalten“, soll auf den weisen Hordjedef (auch: Diedefhor; um 2550 v. Chr., 4. Dynastie) zurückgehen; eine ähnliche Lehre wird Ptahhotep zugeschrieben, dem Wesir des Königs Djedkara-Isesi aus der 5. Dynastie. Einige wenige dieser Unterweisungen wurden möglicherweise tatsächlich von den angegebenen Autoren verfasst, viele - auch die des Hordjedef - stammen aber aus wesentlich späterer Zeit, als sie vorgeben.
Die Lebenslehren blieben während der ganzen Pharaonenzeit beliebt, zwei werden sogar Königen zugeschrieben: die Lehre für Merikara (1. Zwischenzeit, 2181-2055 v. Chr.) und die Lehre Amenemhats I. (Beginn 12. Dynastie., (um 1950 v. Chr.). Die Lehren des Ani und des Amenemope, Sohn des Kanacht, die während des Neuen Reiches (1550-1069 v. Chr.) verfasst wurden, ähneln in mancherlei Hinsicht biblischen Weisheitstexten wie dem Buch der Sprüche. Die beiden bedeutendsten erhaltenen Lehren aus der griechisch-römischen Zeit sind die Lehre des Anch-Scheschongi (heute im Britischen Museum) und die im Papyrus Insinger (Rijksmuseum, Leiden) aufgezeichneten Maximen; beide sind in demotischer Schrift verfasst und bestehen aus wesentlich kürzeren Aphorismen als die sebayt der Pharaonenzeit. Neben einigen Lehren in Form von Erzählungen finden sich auch Hinweise auf weniger kunstvoll gegliederte Sammlungen von Maximen wie den Papyrus Ramesseum II.
Die zweite Gattung von Weisheitstexten, die (eher pessimistische) Auseinandersetzungsliteratur, befasste sich weniger mit ethischen Verhaltensnormen als mit der Beschreibung von Ordnung und Unordnung. In diese Kategorie gehören Texte aus dem Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) wie die Klagen des Ipuwer, die Prophezeiung des Neferti, Das Gespräch eines Mannes mit seinem Ba („Lebensmüder“), Streit des Kopfes mit dem Bauch (heute im Museo Egizio, Turin), die Klagen des Chacheperraseneb und die Klage des Sasobek. Die beiden letzten Dokumente (heute im Britischen Museum) sind je nur einmal erhalten, das erste auf einer Schreibtafel aus der 18. Dynastie, (das zweite auf einem Papyrus aus der 13. Dynastie.


 

 

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