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Altes Ägypten, Pharaonen
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Träume

Träume spielten eine wichtige Rolle in der Kultur, v. a. deshalb, weil sie als Medium für die Übermittlung des Willens der Götter und für Hinweise auf zukünftige Ereignisse galten. Im Papyrus Chester Beatty III., einem (in Deir el-Medina gefundenen und heute im Britischen Museum aufbewahrten) Dokument aus der frühen Ramessidenzeit, sind mehrere Träume beschrieben, jeweils gefolgt von einer Deutung und der Bewertung, ob der Traum gut oder schlecht war. Träumte ein Mann z. B., er tränke warmes Bier, so war dies schlecht, und es würde unweigerlich Leid über ihn kommen. Der Papyrus selbst stammt zwar aus dem frühen 13. Jahrhundert v. Chr., die Sprache des Textes legt jedoch nahe, dass dieses „Traumbuch“ ursprünglich im Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) verfasst wurde.
Im Bereich der königlichen Propaganda gibt es einige sog. Traumstelen: Sie berichten von pseudo-prophetischen Träumen von Pharaonen, die deren Thronanspruch legitimieren sollten. Das klassische Beispiel hierfür ist die von Thutmosis IV. (1400-1390 v. Chr.) vor dem Grossen Sphinx von Gisa errichtete Stele, die berichtet, wie er als junger Prinz im Schatten des Sphinx einschlief und im Traum erfuhr, dass er König von Ägypten werden würde, wenn er den Sphinx vom Sand befreite. Jahrhunderte später stellte der kuschitische König Tanwetamani (664-656 v. Chr.) im Amun-Tempel der napatanischen Hauptstadt Gebel Barkal eine ähnliche Stele auf. Sie erzählt seinen Traum, wonach zwei Schlangen ihm den Thron verhiessen; die Schlangen symbolisierten vermutlich die „beiden Herrinnen“, die Göttinnen von Oberägypten und Unterägypten. Tanwetamanis Traum liefert eine mythische Erklärung für den ungewöhnlichen Schmuck der kuschitischen Kronen, den Doppel-Uräus: Als Tanwetamani nämlich aus seinem Traum erwachte, wurde ihm gesagt: „Die beiden Göttinnen strahlen an Deiner Stirn, das Land ist Dir gegeben in seiner Länge und Breite“.
Ab der Spätzeit (717-332 v. Chr.) wurde es Sitte, dass Leute im Tempelbezirk schliefen, damit sie über Träume, die ihnen von den Göttern eingegeben wurden, in den Genuss von Orakeln kamen. Die Priester, deren Aufgabe es war, diese Träume zu deuten, hiessen mit dem griechen Terminus onirocrites.


 

 

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