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Altes Ägypten, Pharaonen
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Thutmosis (Thutmose)

Geburtsname von vier Pharaonen der 18. Dynastie mit der Bedeutung „Thot ist geboren“ (altägyptisch Djehutimesu).

Thutmosis I. Aacheperkara (1504-1492 v.Chr.) war der Nachfolger von Amenhotep I. und der 3. König der 18. Dynastie. Trotz seiner vergleichsweise kurzen Regierungszeit waren seine aussenpolitischen Leistungen von grosser Bedeutung. Inschriften in Tombos am 3. Katarakt und in Kurgus, südlich des 4. Katarakts, bezeugen die Festigung und Ausweitung der ägyptischen Herrschaft über Nubien. Die jenseits des Euphrat aufgestellte Siegesstele, die textlich nur aus späteren Quellen belegt ist, kündet von einem erfolgreichen militärischen Vorstoss in das Gebiet von Mitanni und lässt darauf schliessen, dass Thutmosis I. als erster Pharao des Neuen Reiches einen erheblichen Teil der Levante unter ägyptische Kontrolle gebracht hatte. Hauptgrund für diese ägyptische Expansion nach Nubien und Vorderasien war die Sicherung der Handelswege für Rohstoffe wie Öle, Holz, Kupfer, Silber und Sklaven, die in Ägypten selbst nicht ohne weiteres zu beschaffen waren.
Man geht davon aus, dass Thutmosis I. in KV38, dem frühesten Königsgrab im thebanischen Tal der Könige bestattet wurde. Seine Mumie wurde dort jedoch nicht gefunden; sie dürfte sich unter jenen befinden, die in die Cachette von Deir el-Bahri umgebettet wurden. KV38 enthielt zwar einen Sarkophag mit seinem Namen, doch fand man einen solchen auch im Grab seiner Tochter Hatschepsut (KV20).

Thutmosis II. Aacheperenra (1492-1479 v. Chr.) war der Sohn Thutmosis I. und einer Nebenfrau mit Namen Mutnofret. In seinem 1. Regierungsjahr errichtete er eine Siegesstele in Assuan, die die Niederschlagung eines Aufstandes in Nubien festhält und damit signalisierte, dass er die aggressive Aussenpolitik seines Vaters fortzusetzen gedachte. Ein nahezu undekoriertes Grab im Tal der Könige (KV42) mit einem unbeschriftetcn Sarkophag galt früher als seine Grablege, eine These, die inzwischen bezweifelt wird. Sein Totentempel in Theben-West wurde 1926 von französischen Archäologen ausgegraben.

Thutmosis III. Mencheperra (1479-1-123 v. Chr.) war der Sohn von Thutmosis II. und einer Nebenfrau namens Isis. Nach dem Tod von Thutmosis II. übernahm dessen Gemahlin und Halbschwester Hatschepsut die Regentschaft für Thutmosis III. während seiner ersten Regierungsjahre. Bis zu seinem 7. Regierungsjahr hatte sie indes die volle Königstitulatur angenommen und verzögerte so den alleinigen Herrschaftsantritt ihres Neffen (und Stiefsohnes) um mehr als 20. Jahre. Um 1458 v. Chr. - vermutlich nach Hatschepsuts Tod - wurde er schliesslich Alleinherrscher. Die systematische Löschung von Hetschepsuts Namen auf ihren Monumenten geschah wahrscheinlich erst relativ spät in seiner Regierungszeit.
Auf aussenpolitischem Gebiet trat Thutmosis III. mit seinen spektakulären Erfolgen in die Fussstapfen Thutmosis I. Schon im 1. Jahr nach Hatschepsuts Tod stellte er die ägyptische Vorherrschaft über den syrisch-palästinischen Raum wieder her: Mit seinem Sieg über den Fürsten von Qadesch und dessen mitannische Verbündete in der Schlacht von Megiddo beseitigte er die Bedrohung, die von ihnen ausgegangen war. Diese Schlacht und seine nachfolgenden Feldzüge in die Levante wurden im Annalensaal des Amun-Tempels von Karnak aufgezeichnet. Im Rahmen seiner umfangreichen Bautätigkeit erweiterte er die Kultstätte des Amun in Karnak und errichtete 'Tempel in Deir el-Bahri und Medinet Habu sowie zahlreiche Anlagen in Nubien und im Delta. ln Armant und im Speos Artemidos führte er die Bauten seiner Stiefmutter Hatschepsut zu Ende.
Sein Grab im Tal der Könige (KV34) ist mit Szenen aus dem Amduat („das, was in der Unterwelt ist“) dekoriert. Sein Totentempel auf thebanischen West-Ufer wurde ebenfalls gefunden, wenn auch in schlechtem Erhaltungszustand. Seine Mumie war unter den Königsmumien, die man in der Cachette von Deir el-Bahri entdeckte.

Thutmosis IV. Mencheperura (1425-1390 v. Chr.) war der Sohn von Amenhotep II., der Vater von Amenhotep III. und der Grossvater von Amenhotep IV./Echnaton. Die sog. Traumstele von Gisa berichtet, der Grosse Sphinx habe ihm den Thron von Ägypten versprochen, wenn er ihn vom Sand befreie. Da er möglicherweise nicht der ursprünglich vorgesehene Thronfolger war, könnte diese Inschrift zur Legitimation seines Thronanspruchs gedient haben. Aussenpolitisch stellt seine Regierungszeit eine Wende in den Beziehungen zu Mitanni dar, die nun auf Aussöhnung zielten und durch eine „diplomatische Heirat“ mit der Tochter des Mitanni-Herrschers Artatama I. untermauert wurden. Über eine Strafexpedition nach Nubien zur Niederwerfung eines Aufstandes berichtet eine Stele auf der Insel Konosso nahe Assuan. Sowohl sein thebanischer Totentempel als auch sein Grab im Tal der Könige (KV43) sind erhalten; seine Mumie befand sich unter jenen, die 1898 im Grab Amenhoteps II. entdeckt wurden.


Thutmosis (Thutmose; altägyptisch Djehutimesu) (um 1340 v. Chr.)
Einer der wichtigsten Bildhauer aus der Regierungszeit des Echnaton (1352-1336 v. Chr.); seine Titel benennen ihn als „Favoriten des Königs und Meister der Arbeiten, der Bildhauer Thutmosis“. Sein Haus und seine Werkstatt, die Gebäude P.47.1-3 in der südlichen Vorstadt von el-Amarna, entdeckte Ludwig Borchardt im Dezember 1912. Wer in welchem Haus gewohnt hatte, liess sich in Amarna meist an Hand von beschrifteten Türstürzen oder -pfosten feststellen; das Haus des Thutmosis konnte dem Bildhauer dagegen aufgrund eines Fragments elfenbeinerner Pferde-Scheuklappen aus einer beim Haus befindlichen Abfallgrube zugeordnet werden. Eine „Modellkammer“ im Atelier von Thutmosis (P47.2: Raum 19) enthielt noch zahlreiche „Werkstücke“ sowie viele unvollendete Statuen und Köpfe, darunter solche des Königs, der Königin und der Prinzessinnen. Daneben fanden sich einige Köpfe aus Gips, die wahrscheinlich verschiedene Mitglieder der Königsfamilie der Amarnazeit darstellen. Anfangs wurden sie als Totenmasken eingestuft, inzwischen hält man sie für sog. Bildhauermodelle, nach denen vielleicht Steinskulpturen angefertigt werden sollten. Der aufsehenerregendste Fund war die farbig bemalte Kalksteinbüste der Nofretete, der Hauptgemahlin des Echnaton, die sich heute in der Sammlung des Ägyptischen Museums in Berlin-Charlottenburg befindet.


 

 

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