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Altes Ägypten, Pharaonen
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Thot (altägyptisch Djehuti)

Gott der Schreibkunst und der Weisheit, der in zwei Tiergestalten dargestellt wurde: als Pavian und als heiliger Ibis. Von beiden Erscheinungsformen finden wir schöne Abbildungen auf den Aussenwänden der ungewöhnlichen Grabkapelle des Thot-Priesters Petosiris aus der frühen Ptolemäerzeit. In seiner Paviangestalt war Thot eng verbunden mit dem Paviangott Hedjwer („der grosse Weisse“) aus der früdynastischer Zeit (3100-2686 v. Chr.). Ab dem Ende des Alten Reiches (2686-2181 v. Chr.) wurde er meist als Mann mit Ibiskopf dargestellt; in der Hand hielt er Schreibpalette und Binse oder auch ein eingekerbtes Palmblatt und war mit Aufzeichnungen oder Berechnungen beschäftigt. Spruch 359 der Pyramidentexte beschreibt, wie die Götter sich „auf den Schwingen des Thot“ an das andere Ufer des „gewundenen Wasserweges“ übersetzen liessen und so Zugang zur Unterwelt erhielten.
Verehrt wurde er - zusammen mit seiner kaum bekannten Gefährtin Nehemetawai - in der mittelägyptischen Stadt Chemenu (Hermopolis Magna), doch gab es Thot-Tempel auch in der Oase Dachla und in Tell Baqlija im Delta. Von dem Tempel in seinem Hauptkultort Chemenu ist wenig übriggeblieben, zwei von Amenhotep III. (1390-1352 v. Chr.) aufgestellte riesige Pavianstatuen beherrschen aber noch immer einen Teil des Areals
Thot war eng verbunden mit dem Mond, dem zweiten Auge des Ra, und wurde in der Regel mit einem Kopfschmuck aus Mondscheibe und Mondsichel dargestellt, der die Mondphasen symbolisierte.
Möglicherweise wurde der lange, gekrümmte Ibis-Schnabel sowohl mit der Mondsichel als auch mit der Schreibbinse gleichgesetzt. Dass Thot auch mit dem Ablauf der Zeit in Verbindung stand, zeigt sich in Abbildungen, in denen er die Königsnamen auf den Blättern des Perseabaumes festhält. In den für die Totenbuch-Papyri des Neuen Reiches (1550-1069 v. Chr.) typischen „Totengericht“-Vignetten ist Thot in Menschengestalt mit Ibiskopf zu sehen, wie er das Ergebnis der Herzwägung aufzeichnet, und auch - allerdings weniger häufig - als Pavian. Zudem hockt er gelegentlich als Pavian oben auf der Waage. Vermutlich wurde er wegen seiner Rolle als Beschützer der Verstorbenen im Jenseits und als Mittler zwischen den verschiedenen Göttern in der Ptolemäerzeit (332-30 v. Chr.) mit dem griechischen Gott Hermes gleichgesetzt (daher auch die Umbenennung von Chemenu in Hermopolis Magna.


 

 

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