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Altes Ägypten, Pharaonen
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Taweret (griechisch. Thoeris; „die Grosse“)

Hausgöttin in der Kompositgestalt eines trächtigen Nilpferdes (Hängebrüste und Bauch einer Schwangeren) mit Krokodilrücken und -schwanz (oder einem ganzen Krokodil auf dem Rücken), Löwentatzen als Füssen und menschlichen Armen, die oft in Löwenpranken enden. Ihre Hauptfunktion war der Schutz von Mutter und Kind bei der Geburt. Ihr Kopfschmuck besteht aus einem niedrigen Modius (zylindrische Kopfbedeckung), überragt von zwei Federn, zuweilen mit dem Hathor-Gehörn und der Sonnenscheibe. Häufig hält sie eine grosse Sa („Schutz“)-Schleife als Amulett, manchmal das Anch-Symbol. Infolge der Handelsbeziehungen war Taweret auch nach Kreta gelangt, wo sie in etwas abgewandelter Form in die Ikonographie der minoischeu Kultur integriert wurde.
Die Nilpferdgottheit ist schon im Alten Reich (2686-2181 v. Chr.) belegt, als sie drei Hauptnamen hatte: Opet oder lpet („barim“ oder „Lieblingsort“), Taweret („die Grosse“) und Reret („die Sau“). Zwar gibt es in Karnak einen Opet-Tempel aus der Spät- und Ptolemäerzeit, aber es war v. a. der Kult der Taweret, der im Laufe der Zeit besondere Bedeutung gewann. Wie der Zwergengott Bes, scheint sie kaum eigene Kulttempel gehabt zu haben, doch sind immerhin einige Statuen und Tempelreliefs erhalten. In den ägyptischen Sternkonstellationen erschienen die Nilpferdgöttinnen als Sternbild des Nordens (oft mit dem Krokodil auf dem Rücken). In dieser Rolle als Nebet-achet („Herrin des Horizonts“) ist Taweret an der Decke des Grabes von Sethos I. (1294-1279 v. Chr.) im Tal der Könige dargestellt.
Als im wesentlichen gütige Göttin wurde Taweret seit dem Alten Reich gern auf Amuletten abgebildet, von denen viele in Häusern in El-Amarna (um 1340 v. Chr.) gefunden wurden. Wegen ihrer Schutzfunktion bei Geburten galt sie als geeignetes Dekorationsmotiv für Betten und Kopfstützen. Selbst Fayence-Gefässe hatten die Gestalt der Göttin: Sie hatten ein kleines Loch in der Brustwarze, durch das man Milch ausgiessen konnte; möglicherweise glaubte man, dass diese dadurch mit besonderer Kraft aufgeladen wurde. Das männliche Nilpferd galt als destruktiv und war daher mit dem bösen Gott Seth verbunden. Vermutlich hatte der griechische Schriftsteller Plutarch diese Verbindung vor Augen, als er Taweret als „Konkubine“ des Seth bezeichnete, die nach einer Abkehr von Seth dem „Horusgeleit“ angehörte.


 

 

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