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Wichtigste
Ausgrabungsstätte im Nordost-Delta und in der Spätzeit (747-332 v. Chr.)
Hauptstadt des 19. unterägyptischen Gaus. Die wichtigsten Grabungskampagnen
fanden 1860-80 unter Auguste Mariette, 1883-1886 unter Flinders Petrie und
1921-51 unter Pierre Montet statt; auch in den 90er Jahren des
20.Jahrhunderts arbeiten dort noch französische Archäologen.
Man fand viele Blöcke, Relieffragmente und Skulpturen aus dem Alten Reich,
Mittleren Reich und der Zeit Ramses' II. (1279-1213 v. Chr.), die aber wohl
alle in späteren Bauten wiederverwendet worden waren. Aufgrund der Statuen
aus der Ramessidenzeit hatte Montet die Stätte als Piramesse identifiziert,
die neue, von Sethos I. (1294-1279 v. Chr.) und Ramses II. gegründete
Hauptstadt - eine These, die durch die Ausgrabungen in Tell es-Dab`A UND
Qantir als überholt gilt, denn sie ergaben, dass Qantir Piramesse ist. Das
früheste datierbare Bauwerk in Tanis stammt erst aus der Regierungszeit von
Psusennes I. 1. (1039-991 v. Chr., 21. Dynastie). Er liess die riesige
Ziegelumwallung (430x370 m) um den Amun-Tempel bauen. Spätere Herrscher der
21. und frühen 22. Dynastie erweiterten den Tempelkomplex. Nektanebos I.
(380-362 v. Chr., 30. Dynastie) entnahm den Tempelbauten seiner Vorgänger
SScheschonq V. (767-730 v. Chr.) und Psammetich I. (664-610 v. Chr.) Steine
für die Anlage des heiligen Sees. An der Südwest-Seite des Areals befindet
sich ausserhalb der Tempelumwallung ein unter Ptolermaios IV. (221-205 v.
Chr.) wieder aufgebauter kleinerer Tempel. Er war Mut und Chons geweiht,
aber auch die asiatische Göttin Astarte wurde hier verehrt.
Montets Entdeckung der Königsgräber der 21. und 22. Dynastie im Jahr 1939
war überschattet vom Ausbruch des 2. Weltkrieges und erhielt dadurch nicht
die entsprechende Publizität. Gefunden wurden sechs Gräber - alle
unterirdisch und aus einer Kombination von Lehmziegeln und wiederverwendeten
Steinblöcken erbaut, von denen viele Inschriften tragen. Zwei der Gräber
konnten nicht zugeordnet werden, die übrigen vier gehörten Psusennes I.
Amenemope (993-984 v. Chr.), Osorkon II. (87-}-850 v. Chr.) und Scheschonq
III. (825-773 v. Chr.). Einige dieser Gräber waren mehrfach belegt: Das Grab
von Psusennes I. enthielt zusätzlich den falkenköpfigen Silbersarg
Scheschonqs II. (um 890 v. Chr.) sowie den Sarg und Sarkophag des Amenemope,
das von Osorkon II. den Sarkophag Takelots (850-825 v. Chr.). Der
Goldschmuck und die übrigen Beigaben aus der Nekropole von Tanis sind die
wichtigste Quelle für die Erfassung der königlichen Grabausstattung der 3.
Zwischenreiches (1069-747 v. Chr.). |