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Altes Ägypten, Pharaonen
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Silber

Die Ägypter hatten Zugang zu Gold und Elektron (eine natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierung) in den Bergen der Ost-Wüste und in Nubien, Silber dagegen war relativ selten und in der Frühzeit vielleicht sogar unbekannt - zumindest fehlt in der ägyptischen Sprache ein entsprechendes Wort: Die Ägypter bezeichneten Silber als „weisses Metall“ und hielten es offenbar für eine besondere Art von Gold.
Als Silber in die ägyptische Wirtschaft eingeführt wurde, scheint sein Wert über dem von Gold gelegen zu haben; darauf deutet die Tatsache hin, dass während des Alten Reiches (2686-2181 v. Chr.) in Aufstellungen von Wertgegenständen solche aus Silber vor denen aus Gold genannt wurden. Der Wert, den man den ersten Silber-Importen zumass, zeigt sich daran, wie dünn die Silber-Armreifen der Königin Hetepheres I. (um 2600 v. Chr., 4. Dynastie) gearbeitet sind, in auffallendem Gegensatz zu der verschwenderischen Materialmenge, die bei ihrem Goldschmuck verwendet wurde. Zu dem unter dem Tempel von Tod ausgegrabenen Silber-Schatz gehörten Gefässe, die wahrscheinlich auf Kreta, vielleicht aber auch im vorderasiatischen Raum, in jedem Fall jedoch unter kretischem Einfluss hergestellt worden waren. Diese bei der Tempelgründung deponierten Opfergaben datieren in die Regierungszeit von Amenemhat II. (1922-1878 v. Chr., 12. Dynastie) und sind in etwa zeitgleich mit dem erlesenen Silber-Schmuck, den man in el-Lahun und Dahschur fand.
Zur Zeit des Mittleren Reiches (2055-1650 v. Chr.) scheint Silber leichter erhältlich gewesen und dadurch im Wert gesunken zu sein; nach dem Mathematischen Papyrus Rhind (aufgezeichnet in der 2. Zwischenzeit, aber ursprünglich wohl schon in der 12. Dynastie verfasst) war Silber nur noch halb so viel wert wie Gold. Es wurde aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum nach Ägypten eingeführt, war jedoch erst seit dem Neuen Reich in grösseren Mengen verfügbar. Nach einer Untersuchung von Jaroslav Cerny über Neue Reichs-Ostraka, auf denen Verkäufe und andere Handelsgeschäfte aufgezeichnet waren, sind die Metallpreise zwischen der 12. und der 19. Dynastie (um 1985-1186 v. Chr.) relativ konstant geblieben; Silber lag beim halben Goldpreis, Kupfer hatte ungefähr ein Hundertstel des Silberwertes.
Trotz (oder vielleicht gerade wegen) der grösseren Menge an Silber, die im Neuen Reich zur Verfügung stand, enthielt das Grab des Tutanchamun (1336-1327 v. Chr.) verhältnismässig wenig Silber-Arbeiten. Die in Tanis bestatteten Herrscher der 21. und 22. Dynastie verwendeten mehr Silber für ihre Grabausstattung. Scheschonq II. (um 890 v. Chr.) besass einen Sarg aus massivem Silber mit Goldverzierungen in der Gestalt des Falkengottes Sokar. Nach ägyptischer Auffassung war Silber das Material, aus dem die Knochen der Götter bestanden, ihr Fleisch dagegen war aus Gold.

 

 

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