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Befestigte Stadt im obernubischen Abri-Delgo-Becken zwischen dem 2. und 3. Katarakt, die von König Echnaton (1352-1336 v. Chr., 18. Dynastie) gegründet wurde. Die in etwa zeitgleichen nubischen Städte Buhen und Mirgissa aus dem Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) waren im wesentlichen Erweiterungen der Garnisonen aus dem Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.), Sesebi-Sudla war dagegen eine Neugründung und ein typisches Produkt der ägyptischen Kolonisierungspolitik des Neuen Reiches in Nubien. Sesibi-Sudla hatte eine Ausdehnung von mindestens fünf Hektar, die Einwohnerzahl wurde auf 1000-1500 geschätzt. Die in den Jahren 1936-38 von Aylward Blackman und H. W Fairman durchgeführten Ausgrabungen erstreckten sich auf die nord- und südwestlichen Bereiche der Siedlung. Die Ruinen des Nordwest-Teils überragte ein grosser dreiteiliger Tempel, der der thebanischen Triade (Amun, Mut und Chons) geweiht war und folglich in den frühen Regierungsjahren Echnatons, noch vor der konsequenten Durchsetzung des Aton-Kults, gegründet worden sein muss. Der Südwest-Teil bestand aus einem Block eng aneinander gebauter Häuser, die Strassen waren planmässig im Rastersystem angelegt. Untersuchungen im Ost-Teil der Stadt ergaben Spuren einer von einem Graben umschlossenen Anlage; es könnte sich um Überreste einer früheren Siedlung handeln, die schon vor der eigentlichen Stadt bestand. Da Sesibi-Sudla nur wenige Jahre vor der neuen ägyptischen Hauptstadt el-Amarna gegründet worden war, könnte ein Vergleich der beiden Städte aufschlussreich sein. Im Gegensatz zu den Villen von el-Amarna waren die wenigen Häuser der Elite in Sesibi-Sudla nicht von grossen Privatgärten umgeben, und viele der kleineren Häuser - denen der thebanischen Nekropolenarbeiter in Deir el-Medwa vergleichbar - waren mit Kellern ausgestattet. Sesibi-Sudla erweckt den Eindruck „einer sorgfältig und planmüssig angelegten“ Stadt und lässt sich deswegen eher mit der ausserhalb von el-Amarna gelegenen Arbeitersiedlung als mit der eigentlichen dortigen Stadt vergleichen. Diese grundsätzlichen Unterschiede lassen darauf schliessen, dass Sesibi-Sudla eine zu einem besonderen Zweck gegründete, staatlich verwaltete Siedlung war und ihre Bewohner in ihrer Zusammensetzung keinen repräsentativen Querschnitt der ägyptischen Gesellschaft darstellten, also keine typisch ägyptische Stadt bildeten, die einfach nach Nubien verpflanzt worden wäre. |
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