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Altes Ägypten, Pharaonen
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Sedfest (altägyptisch heb-sed, „Jubiläumsfest“)

Ritual der Erneuerung, das der König eigentlich nur nach jeweils 30 Regierungsjahren feiern sollte. Erhaltene Inschriften und Denkmäler deuten jedoch darauf hin, dass viele Könige, deren gesamte Regierungszeit wesentlich kürzer als 30 Jahre war, offensichtlich auch ihr Sedfest begingen. Diese Zeugnisse lassen sich auf zwei Arten interpretieren: 1. dass Könige ihr Sedfest eben vor Ablauf der eigentlich geforderten 30 Jahre feierten, oder 2. dass sie die Darstellung des Rituals in Vorwegnahme des zu einem späteren Zeitpunkt stattfindenden Festes anordneten.
Das Sedfest (dessen Name sich von einer eng mit Wepwawet von Assiut verbundenen Schakalgottheit namens Sed herleitet) ist untrennbar mit dem ägyptischen Königsdogma verknüpft und bereits in frühester geschichtlicher Zeit belegt. Die beiden Hauptelemente der Zeremonie (die Huldigungsszenen vor dem thronenden König und das Ritual des Hebsed-Laufs) sind auf einem Ebenholztäfelchen aus dem Grab des Königs Den (1. Dynastie) in Abydos abgebildet, das sich heute im Britischen Museum befindet. In der oberen rechten Hälfte ist der König zu sehen, wie er, die Doppelkrone auf dem Haupt, in einem besonderen Festpavillon sitzt, daneben dann bei seinem Kultlauf zwischen zwei Reihen von je drei Steinhaufen oder Grenzmalen (die vermutlich die Grenzen Ägyptens symbolisieren). Die beiden Szenen sind (links) vom Königsnamen in einem Serech und (rechts) vom Hieroglyphenzeichen für das Regierungsjahr eingerahmt.
Die ersten königlichen Grabbezirke standen mit der Feier des Sedfestes in Zusammenhang. lm Djoser-Bezirk in Saqqara befindet sich (an der Ost-Seite der Stufenpyramide) der älteste erhaltene, in Stein umgesetzte Schauplatz für das Sefdfest in Form eines von „Scheinkapellen“ umgebenen Festhofes; jede dieser Kapellen symbolisierte die Heiligtümer der Ortsgötter in verschiedenen Provinzen. Am Süd-Ende des Hofes findet sich die Basis eines Doppelpavillons mit zwei Thronsitzen, gleich jenem auf dem Ebenholztäfelchen des Den. Man nimmt an, dass der König, ausgestattet mit den oberägyptischen bzw. unterägyptischen Insignien, nacheinander auf jedem der beiden Thronsitze Platz nahm, um auf diese Weise seine Herrschaft über die „beiden Länder“ Ägyptens zu demonstrieren. Im südlichen, an die Stufenpyramide angrenzenden Hof fand man Spuren von Grenzmalen wie jenen, zwischen denen der König seinen Lauf absolvieren musste. Ein Relief aus den unterirdischen Kammern der Pyramide zeigt Djoser bei diesem Kultlauf. Diese dynamische Darstellung des laufenden Königs (der dabei oft seltsame Gerätschaften hält) wurde während der gesamten Pharaonenzeit in Sedfest-Reliefs beibehalten und ist z. B. auf einem der Blöcke der Roten Kapelle Hatschepsuts (1473-1458 v. Chr.) im Karnak-Tempel zu sehen.
Ab der 4. Dynastie (2613-2494 v. Chr.) ging die Bedeutung der Sedfest-Darstellung in den königlichen Grabanlagen zugunsten von Reliefs, die mit dem Kult des toten Königs in Verbindung standen, etwas zurück, doch gab es noch immer eine grosse Zahl von Bauten, die im Zusammenhang mit dem königlichen Jubiläumsfest errichtet und dekoriert wurden, so etwa der Totentempel Amenhoteps III. (1390-1352 v. Chr.) in Theben, der Aton-Tempel Echnatons (1352-1336 v. Chr.) in Ost-Karnak und der Süd-Hof von Osorkon II. (874-850 v. Chr.) in Bubastis (Tell Basta).
Trotz der erstaunlichen Kontinuität in den Sedfest-Darstellungen von Den bis Osorkon war es offenbar möglich, Liturgie und Symbolik der Zeremonie für einen bestimmten Anlass oder Ort umzugestalten; dies scheint zumindest aus den Schilderungen der drei Sedfeste hervorzugehen, die Amenhotep III. feierte. Der östl. seines Palastes in Malkata ausgegrabene See bildete anscheinend den Schauplatz für ein neu gestaltetes Sedfest, in dessen Verlauf der König und die Kultstatuen - in Anlehnung an die Fahrt der Sonnenbarke durch die Unterwelt - in Booten umhergefahren wurden.


 

 

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