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Altes Ägypten, Pharaonen
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Sargtexte

Bezeichnung für ein Corpus von über 1000 Sprüchen, die im Alten Reich, insbes. während der 11. und 12. Dynastie (2051-1795 v. Chr.), in Auszügen auf Särge geschrieben wurden. Viele dieser Sprüche leiten sich aus den Pyramidentexten her, einer Folge von oft schwer verständlichen Sprüchen, die an den Wänden im Inneren von Alten Reichs-Pyramiden aufgezeichnet waren.
Während des Alten Reiches (2686-2181 v. Chr.) war das Leben nach dem Tod das Vorrecht des Königs gewesen, der im Tod, mit Osiris gleichgesetzt, zum Gott wurde. Die Hofbeamten waren deshalb bestrebt, in der Nähe des Königs bestattet zu werden, denn sie hofften, auf diese Weise in dessen Totenkult eingeschlossen zu sein, so dass auch sie in irgendeiner Form in den Genuss des jenseitigen Lebens kämen, auch wenn sie sich bestenfalls die Fortsetzung ihres weltlichen Status erhoffen konnten. Mit dem Zusammenbruch des Alten Reiches trat jedoch eine Stärkung des Selbstbewusstseins ein und damit ein Prozess, den Ägyptologen gelegentlich als Demokratisierung der Jenseitsvorstellungen bezeichnen. Er bedeutete, dass das Jenseits jedem offen stand, auch wenn er nicht direkt mit dem Königskult verbunden war. Diese neuen Ambitionen der Verstorbenen sind in einer Sammlung von Sprüchen dargelegt, die in kursiven Hieroglyphen auf die lnnenwände derHolzsärge gemalt sind.
Die Sargtexte sollten ein Überleben im Jenseits garantieren, und einige der Sprüche wurden ins Totenbuch des Neuen Reiches übernommen. Sie haben Titel, die für sich selbst sprechen: „Spruch, nicht zu verwesen und nicht zu arbeiten im Schattenreich“ und „Spruch, nicht noch einmal zu sterben im Totenreich“; letzterer sollte verhindern, dass der Verstorbene den „zweiten Tod“ erleidet, d. h. im Totengericht als ungeeignet eingestuft wird, in das Reich des Osiris einzugehen, und damit dem Vergessen anheimfällt.
Sowohl die Pyramidentexte als auch die Sargtexte geben mehr als eine Version vom jenseitigen Aufenthalt der Verstorbenen: Sie können mit dem Sonnengott Ra in seiner Barke den Himmel queren oder, alternativ, in die Unterwelt des Osiris hinabsteigen. Die letztgenannte Vorstellung setzte sich ab der Zeit der Sargtexte zunehmend durch und bereitete den Boden für die Jenseitsvorstellungen des Neuen Reiches.


 

 

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