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Altes Ägypten, Pharaonen
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Saitenzeit

Bezeichnung für die Zeit der 26. Dynastie (664-525 v. Chr.), als Ägypten von der Delta-Stadt Sais aus regiert wurde. Geprägt wurde die Saitenzeit durch die Tatsache, dass der erste Saitenkönig, Psammetich I. (664-610 v. Chr.), die Herrschaft der Assyrer und Kuschiten abgeschüttelt und damit eine neue Ära ägyptischen Nationalismus eingeleitet hatte. Dieser kulturelle Wandel fand seinen Ausdruck in erster Linie in der Bildhauerkunst und der Malerei der Zeit, die sich oft bewusst am Vorbild früherer Werke, v.a. aus dem Alten Reich (2686-1650 v. Chr.), orientierten - ein Prozess, der bereits in der späten 3. Zwischenzeit und besonders in der 25. Dynastie (747-656 v. Chr.) eingesetzt hatte, als die Kuschitenkönige danach trachteten, ihre Herrschaft durch den Rückgriff auf traditionelle ägyptische Stilrichtungen zu legitimieren.
Die enorme Sorgfalt, mit der saitische Künstler Kunstwerke dieser früheren Epochen kopierten, lässt sich daran erkennen, dass sie offenbar einige der Paneele in der Stufenpyramide von Saqqara mit dem spätzeitl. Gitternetz überzogen, um die Reliefs möglichst genau zu reproduzieren; dazu schufen sie sogar einen neuen Eingang in die Pyramide, um in die unterirdischen Kammern zu gelangen. Interessant ist allerdings, dass die Kopien die Originale nicht unbedingt bis ins Detail nachahmten. Vielmehr gab es häufig künstlerische Neuerungen, wie bei den Reliefs im Grab des Mentuemhat (um 700-650 v. Chr.), die sich zwar offenkundig auf Szenen aus dem nahe gelegenen Grab des Menna aus der 18. Dynastie (um 1400 v. Chr.) stützten, aber dennoch neue Details aufwiesen. Solche Beobachtungen führten zu dem Hinweis, dass man die Saitenzeit nicht als Zeit sklavischen Archaismus, sondern als Epoche einer kraftvollen Renaissance betrachten sollte.
Auf ähnliche Weise wurden traditionelle Kultpraktiken wiederbelebt, dabei aber häufig gleichzeitig umgestaltet; so gewannen etwa die Kulte heiliger Tiere an Bedeutung, und ihr Unterhalt wurde zunehmend zu einem bedeutsamen Element der ägyptischen Wirtschaft. Die Kultstätte der Göttin Neith in Sais wurde erweitert und verschönert, in Memphis (das noch immer Verwaltungssitz war), Theben und anderen grösseren Städten im ganzen Land wurden neue Tempel errichtet. Die Herrschaft über Theben übte während dieser Zeit die Gottesgemahlin des Amun aus. Die weitgehende Akzeptanz der um 700 v. Chr. zuerst bezeugten demotischen Schrift unter den Königen der 26. Dynastie ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Saitenzeit ebensosehr eine Zeit des Fortschritts wie des Rückgriffs auf die Vergangenheit war.
Die ägyptische Armee war zunehmend auf griechische Söldner angewiesen, und bereits 630 v. Chr. wurde mit Naukratis im Delta eine Siedlung für griechische Kaufleute gegründet, die dann unter Amasis (570-526 v. Chr.), der früher einmal als ihr Gründer galt, reorganisiert wurde. Diese wirtschaftlichen Beziehungen mit den Griechen führten unweigerlich zu einer stärkeren Verwicklung Ägyptens in die Angelegenheiten des Mittelmeerraums und zu einem Wandel in der Einstellung zu dieser Region. Von dieser Zeit an besuchten viele Griechen Ägypten, darunter Herodot, dessen Bericht über das Land aus der unmittelbar auf die Saitendynastie folgenden Epoche stammt.


 

 

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