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Altes Ägypten, Pharaonen
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Säule

Wie viele Elemente der ägyptischen Sakralarchitektur, sind auch die Formen ägyptischer Stein-Säulen von der einheimischen Flora und von prädynastischen, aus Schilf, Zweigen und Baumstämmen errichteten Kultbauten inspiriert. Insbes. drei Pflanzen dienten als Vorbild für die Gestaltung von Schaft und Kapitell: Papyrus, Lotos und Palme; hinzu kommen sog. Kompositkapitelle, bei denen verschiedene Kapitellformen miteinander verbunden sind. In griechisch-römischer Zeit entstanden durch immer neue Variationen und Kombinationen zahlreiche weitere kunstvolle Kompositkapitelle. Die Säulen-Schäfte waren häufig mit Szenen und Inschriften in bemaltem Relief geschmückt.
Holz-Säulen wurden in ägyptischen Häusern und gelegentlich auch in Kultbauten, so z. B. in Grabkapellen des Alten Reiches, als dekorative Stützen für die Dächer und oberen Stockwerke verwendet. Die Stein-Säulen und -Pfeiler in ägyptischen Kult- und Grabbauten hatten jedoch nicht nur architektonische Funktion, sondern auch symbolischen Charakter und waren ein wesentlicher Bestandteil des ägyptischen Tempels als in Stein umgesetzte Metapher des Kosmos.
Die ältesten Stein-Säulen stehen im Eingangsbereich und im Festhof des Djoser-Komplexes (3. Dynastie) in Saqqara. Es sind Halb-Säulen in der Form von Bündel-Säulen mit kannelierten Schäften. In der 4. Dynastie (2613-2494 v. Chr.) wurden in den Toten- und Taltempeln von Pyramidenanlagen freistehende Säulen aus den verschiedensten Gesteinsarten verwendet. Der Aufweg des Wenis (2375-2345 v. Chr.) enthält Reliefdarstellungen vom Transport granitener Palm-Säulen, die auf Schiffen von den Steinbrüchen bei Assuan nach Saqqara gebracht werden (und von denen einige im Taltempel des Wenis erhalten sind).
Die frühesten kannelierten „protodorischen“ Säulen finden sich im Eingangsbereich von Gräbern der 12. Dynastie in Beni Hasan (Chnumhotep, BH3, und Amenemhat, BH2); die ungewöhnliche Form fand dann erst wieder in der Nord-Kolonnade der Anubis-Kapelle im Hatschepsut-Tempel von Deir el-Bahri Verwendung, wo die Säulen sich nach oben hin verjüngen und dadurch sehr elegant wirken.
lm ägyptischen Tempel als Spiegel des Kosmos symbolisierten Papyrus-Säulen das den Urhügel der Schöpfung umgebende Papyrusdickicht. Allerdings dürften die Säulen-Wälder der Hypostyle, v. a. bei den im Neuen Reich errichteten Sandsteintempeln, auch unentbehrlich für die Stabilität der Dachkonstruktion gewesen sein. Es gibt zwei Grundtypen von Papyrus-Säulen: Sie haben entweder ein geschlossenes Kapitell in Form einer Papyrusknospe oder ein geöffnetes, glockenförmiges Kapitell („campaniforme“), bei dem die Pflanze gleichsam voll erblüht die Säule krönt.
Die Lotos-Säule (die ausser in Abusir und Beni Hasan relativ selten ist) hatte gelegentlich ebenfalls ein geöffnetes Kapitell. Als Wappenpflanzen von Oberägypten bzw. Unterägypten konnten Lotos und Papyrus auch als Elemente architektonischer Symbolik im Zusammenhang mit der Vereinigung der „beiden Länder“ eingesetzt werden. Ein ungewöhnlicher Säulen-Typ ist die „Zeltstangen-Säule“, die in der Festhalle Thutmosis' III. in Karnak verwendet wurde.
Darüber hinaus gab es eine Reihe von Säulen mit Kapitellen, die ikonographische Bezüge zu dem jeweiligen religiösen Umfeld hatten, in dem sie standen. So wurden Hathor-Säulen (oder Sistrum-Säulen) in Kultbauten errichtet, die mit der Göttin Hathor verbunden waren, wie der Hatschepsut-Tempel in Deir el-Bahri oder der Hathor-Tempel in Dendera. Der Djed-Pfeiler schliesslich mit seinen vier Querriegeln ist ein ikonographisches Motiv und weniger ein tragendes Architekturelement, obwohl die Bedeutung des Wortes djed („Stabilität, Dauer“) eng mit der Vorstellung von Stütze, Halt verknüpft ist; in einigen Fällen wurden Säulen mit Djed-Zeichen dekoriert, vermutlich in dem Bestreben, ihnen mehr Stärke zu verleihen.


 

 

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