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Altes Ägypten, Pharaonen
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Rechit-Vogel

Altägyptische Bezeichnung für den Kiebitz, einen Vogel aus der Familie der Regenpfeifer mit einem deutlich hochstehenden Haarschopf. Der Rechit-Vogel steht oft als Symbol für unterworfene Völker, wahrscheinlich weil er - die Flügel hinter dem Rücken zusammengebunden, um ihn am Fliegen zu hindern - an das Hieroglyphenzeichen für einen gefesselten Gefangenen erinnert.
Die älteste Darstellung des Rechit-Vogel ist im oberen Register der Reliefdekoration auf dem spät-prädynastischen Keulenkopf des Königs Skorpion (um 3150 v.Chr.) erhalten: Eine Reihe von Kiebitzen ist mit Stricken am Hals an den Standarten aufgehängt, die für die oberägyptischen Gaue stehen. Hier scheinen die Rechit-Vögel die besiegten Bewohner Nord-Ägyptens während der entscheidenden Phase der Umwandlung des Landes in einen einzigen, vereinigten Staat zu symbolisieren.
In der 3. Dynastie (2686-2613 v. Chr.) ist eine weitere Reihe von Kiebitzen auf einer Steinstatute des Djoser aus seiner Stufenpyramide in Saqqara dargestellt, wie gewöhnlich mit zusammengebundenen Flügeln, dieses Mal jedoch neben den Neunbogen (Symbol für die Feinde Ägyptens) unter den Füssen des Djoser. Von diesem Zeitpunkt an gab es (zumindest für den heutigen Betrachter) eine fortwährende Doppeldeutigkeit in der Symbolik der Vögel, sie sich, in unterschiedlichen Zusammenhängen, entweder auf die Feinde Ägyptens oder die loyalen Untertanen des Pharaos beziehen konnten.
Das Bild des Rechit-Vogels, der zuweilen die Gestalt eines Menschen mit Flügeln und Haarschopf annehmen konnte, war während Pharaonen- und griech.-römischen Zeit regelmässig in der Dekoration ägyptischer Paläste und Tempel zu finden. Meist ist der Vogel mit einem Paar menschlicher Arme abgebildet, die er im traditionellen Anbetungsgestus erhebt, und in vielen Fällen hockt er auf der neb-Hieroglyphe („alle“) neben einem sternförmigen dwa-Zeichen („anbeten“); das auf diese Weise entstehende Rebus ergibt „alle unterworfenen Völker beten an [den Pharao]“.


 

 

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