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Altes Ägypten, Pharaonen
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Ra (Re)

Sonnengott, dessen Kult erstmals im Namen des 2. Königs der 2. Dynastie, Raneb (um 2865 v. Chr.), bezeugt ist. Eine besondere Bedeutung erlangte der Sonnenkult in Heliopolis, dem altägyptischen Iunu, das heute weitgehend unter den nördl. Vororten Kairos verschwunden ist. Zahlreiche Aspekte der materiellen Kultur und der Religion des Alten Reiches wurden vom Kult des Ra beeinflusst, doch erst in der 4. Dynastie (2613-2494 v. Chr.), als Djedefra (2566-2558) den sa-Ra-Namen („Sohn des Ra“) in die ägyptische Königstitulatur aufnahm, erlebte die Verehrung des Sonnengottes ihren Höhepunkt. In der 5. Dynastie (2494-2345 v. Chr.) entstanden mehrere Sonnenheiligtümer mit grossen, gemauerten Obelisken; sie dürften alle nach dem Vorbild des ältesten RaTempels von Heliopolis gestaltet worden sein, der allerdings archäologisch nicht belegt ist.
Der Sonnengott wurde in der Regel menschengestaltig mit Falkenkopf und der Sonnenscheibe als Kopfschmuck dargestellt, in der Unterwelt, durch die er in der Sonnenbarke fuhr, jedoch widderköpfig abgebildet. Ra übte auf das übrige ägyptische Pantheon einen derart grossen Finfluss aus, dass praktisch alle wichtigen Gottheiten allmählich mit Ra verbunden und in den allumfassenden Sonnenkult eingegliedert wurden; so wurde Amun zu Amun-Ra, Month zu Month-Ra und Horus zu Ra-horachte. In seiner Manifestation als Schöpfergott nannte man den Sonnengott Atum-Ra; auf diese Weise verschmolz er mit einem anderen heliopolitanischen Sonnengott, Atum, dessen Name „Vollkommenheit“ bedeutet. Die Sonnenlitanei, ein Text aus dem Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.), der die Wände einiger Königsgräber im Tal der Könige schmückt (erstmals im Grab Thutmosis' III.), ist im Wesentlichen eine Verherrlichung der Vereinigug von Ra mit Osiris.
Unter Echnaton (1352-1336 v. Chr.) hatte der Sonnengott als Universalgottheit (in der alle anderen Gottheiten aufgehen sollten) fast eine monotheistische Stellung. Der Aton wurde dargestellt als Sonnenscheibe mit Armen, die sich der königlichen Familie entgegenstrecken und ihr Leben und :Macht darbieten; seine Verehrung trat an die Stelle der Kulte anthropomorpher Götter wie Ra-Horachte oder Amun-Ra, und Echnatons Sonnengesang scheint eine Gottheit zu beschreiben, die alle Aspekte des Lebens durchdringt und damit das traditionelle ägyptische „Pantheon“ in der Tat überflüssig macht.


 

 

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