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Altes Ägypten, Pharaonen
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Pyramidentexte

Als Pyramidentexte bezeichnet man die ältesten ägyptischen Totentexte; sie umfassen an die 800 „Sprüche“, die in Kolumnen auf den Wänden der Gänge und Grabkammern von neun Pyramiden des späten Alten Reiches (2375-2181 v. Chr.) und der 1. Zwischenzeit (2181-2055 v. Chr.) aufgezeichnet wurden. In neuzeitlichen Ausgaben und Übersetzungen der Pyramidentexte sind die einzelnen Sprüche traditionellerweise in einer Reihenfolge numeriert, die ihrer üblichen Position in der Pyramide entspricht; dabei geht man von der Grabkammer nach aussen. Es gibt allerdings auch die These, dass die umgekehrte Zählweise (vom Eingang zur Grabkammer) logischer sein dürfte. Siegfried Schott z.B. argumentierte, es handele sich um Ritualtexte, die während der Bestattung von der Ankunft des königlichen Leichnams im Taltempel bis zu seiner Niederlegung in der Grabkammer rezitiert worden seien und so den Verlauf der Begräbniszeremonien beschreiben.
Zwar entdeckte man zunächst die Pyramidentexte in der Pyramide Pepis I. (2321-2287 v. Chr., 6. Dynastie), die ältesten erhaltenen Sprüche sind aber diejenigen in der Pyramide von König Wenis (2375-2345 v.Chr., 5. Dynastie) in Saqqara. Pyramidentexte finden sich in insgesamt sechs Pyramiden von Königen der 5. bis 8. Dynastie, die alle in Saqqara bestattet wurden,sowie in den drei Pyramiden der Königinnen Pepis II. Keine Pyramide enthält das gesamte Textcorpus; mit 675 Sprüchen weist die Pyramide Pepis II. (2278-2184 v. Chr.) die grösste Zahl auf.
Die fortwährenden Bezüge auf den Sonnenkult lassen vermuten, dass die Texte von den Priestern von Heliopolis verfasst wurden. Sie lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen. So gibt es Sprüche, die man als „Zaubertexte“ bezeichnen könnte und die darauf abzielen, den Verstorbenen vor Schaden zu bewahren; sie verwenden eine oft archaische Sprache, die vielleicht auf vorgeschichtliche Wurzeln verweist. In der Tat scheinen sich diese „Zaubersprüche“ zuweilen auf Aspekte des Totenkults zu beziehen, die zu der Zeit, als die Pyramiden erbaut wurden, nicht mehr gebräuchlich waren; dies gilt etwa für Spruch 273f. („Kannibalenspruch“), der nur in den Pyramiden von Wenis und Teti auftaucht. Eine andere Gruppe von Sprüchen besteht offenbar aus den Texten der verschiedenen Rituale, die im Verlauf der Bestattung des König vollzogen wurden; sie sprechen vom Verstorbenen als Osiris. Diese Art von Sprüchen, die mit dem Opferritual und mit der Auferstehung zu tun hatten, befanden sich in der Grabkammer selbst, zweifellos dem heiligsten Bereich der Pyramide. In diesen Ritualtexten sind erstmals das Mundöffnungsritual und das frühe Opferritual aufgezeichnet. Eine weitere Gruppe von Sprüchen, meist auf die Wände von Vorraum und Gang geschrieben, sollte offenbar vom Grabherrn selbst gesprochen werden.


 

 

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