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Altes Ägypten, Pharaonen
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Pylon (griech. „Tor“)

Monumentaler Torbau (altägyptisch bechenet), bestehend aus zwei Türmen mit geneigten Aussenflächen und Hohlkehlenabschluss, die durch eine Brücke über dem Tordurchgang miteinander verbunden sind. Auf dieser Brücke wurden offenbar Rituale im Zusamenhang mit dem Sonnenkult vollzogen. Pylone gab es in Ägypten spätestens ab dem Mittleren Reich und bis in die Römerzeit (um 2055 v. Chr. - 395 n. Chr.), doch könnten - so vorsichtige Vermutungen - bereits im Pyramidenbezirk und Sonnenheiligtum des Niweserra (2445-2421 v. Chr., 5. Dynastie) in Abusir und Abu Gurab Pylone errichtet worden sein. Die ältesten noch intakten Beispiele sind indes die Torbauten der aus dem Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) stammenden königlichen Totentempel in Theben-West wie Medinet Habu oder das Ramesseum.
Der Pylon war in der Regel innen mit Bruchstein ausgefüllt (oft mit Steinblöcken, die - wie die Talatat-Blöcke - durch den Abbruch älterer Tempel gewonnen wurden), viele wiesen aber auch Treppen und Räume auf, deren Zweck unsicher ist. Alte Abbildungen von Pylonen zeigen, dass die tiefen vertikalen Nischen in der Aussenfassade als Haltevorrichtungen für Flaggenmasten dienten; über jeder Nische befand sich ein kleines Fenster, durch das die Flaggen angebracht werden konnten. Diesen kam im Zusammenhang mit Tempeln besondere Bedeutung zu, denn das ägyptische Wort für „Gott“ (netjer) wurde mit einem Zeichen Zeichen geschrieben, das gewöhnlich als flatternder Wimpel gedeutet wird.
Die Frontflächen von Pylonen waren häufig mit bunt bemalten und mit Einlagen versehenen Reliefs geschmückt. Thematisch ging es meist um die Betonung königlicher Macht, denn der äussere Pylon war der sichtbarste Teil des Tempels für die Masse der Bevölkerung, der der Zutritt nur bis zum ersten Hof gestattet war. Das üblichste Motiv auf dem Pylon war die Szene, in der der König fremdländische Feinde erschlug oder einem Gott Gefangene opferte.
Viele Tempel besassen nur einen Pylon, bedeutendere Kultanlagen wiesen jedoch eine lange Reihe von Pylonen und Höfen auf, die von verschiedenen Königen erweitert oder ausgeschmückt wurden; so hatte der Amun-Tempel von Karnak z. B. zehn Pylone. ln den ungewöhnlichen Tempeln von El-Amarna hatten anscheinend auch die Pylone eine etwas andere Form gehabt: Sie bestanden aus zwei separaten Türmen ohne Verbindungsbrücke.
Wahrscheinlich symbolisierte der Pylon die beiden Horizont-Berge (achet), zwischen denen die Sonne aufging, und unterstrich damit die Rolle des Tempels als Symbol des Kosmos und der Schöpfung. Die beiden Türme wurden mit den Göttinnen Isis bzw. Nephthys gleichgesetzt.


 

 

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