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Altes Ägypten, Pharaonen
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Punt (altägyptisch Pwenet)

Name der alten Ägypter für eine Region Ost-Afrikas, in die spätestens ab der 5. Dynastie (2494-2345 v. Chr.) Handelsmissionen entsandt wurden. Die genaue Lage von Punt ist noch immer umstritten. Nachdem es früher in der Gegend des heutigen Somalia vermutet worden war, spricht inzwischen einiges dafür, dass es im südlichen Sudan oder im heutigen Eritrea anzusiedeln ist, wo Flora und Fauna am besten mit der in ägyptischen Reliefs dargestellten Pflanzen- und Tierwelt übereinstimmen.
Aus Punt („dem Gottesland“) kamen zahlreiche exotische Produkte wie Gold, wohlriechende Harze, Afrikanisches Schwarzholz, Ebenholz, Elfenbein, Sklaven und Wildtiere, darunter Affen und die heiligen „hundsköpfigen“ Paviane. Die Ägypter scheinen auch Pygmäen aus Puntmitgebracht zu haben, zumindest lässt sich dies einer Grabinschrift des Harchuf entnehmen, eines Expeditionsleiters unter Pepi II. (2278-2184 v. Chr.).
Einige Handelsmissionen nahmen offenbar den Landweg nach Punt, üblicher war aber der Seeweg, der von den Häfen Quseir oder Mersa Gawasis aus entlang der W-Küste des Roten Meeres verlief. Als weit entferntes und eindeutig nicht-ägyptisches Land regte Punt die Phantasie der Menschen an, ähnlich wie bei uns Eldorado oder Atlantis. Deshalb spielt es zuweilen in Erzählungen wie dem Märchen vom Schifbrüchigen aus dem Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) eine Rolle und wird auch in einigen Liebesgedichten aus dem Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) erwähnt.
Die am besten dokumentierte Handelmission nach Punt war die unter Hatschepsut (1473-1458 v. Chr.) durchgeführte Expedition, von der Reliefszenen auf der zweiten Terrasse ihres Totentempels in Deir el-Bahri berichten. Sie zeigen Ägypter und Bewohner von Punt bei ihren Geschäften.
Diese wurden möglicherweise in Form eines Tauschhandels abgewickelt, den Anthropologen als „stummen Handel“ bezeichnen, bei dem die beiden beteiligten Parteien nicht miteinander reden, um einen Preis auszuhandeln, sondern so lange zum Tausch vorgesehene Waren ausbreiten, bis beide der Meinung sind, das Dargebotene sei zufriedcnstellend. Dann erst findet der eigentliche Tausch statt. Auf den Reliefs sind auch konische Schilfhütten auf Pfählen zu sehen, in die man über Leitern gelangte. Zu der abgebildeten Vegetation gehören Palmen und „Myrrhebäume“, von denen einige gerade in Stücke gehackt werden, um das Myrrheharz zu gewinnen.
Während der König von Punt sich von den Ägyptern hauptsächlich durch seinen Bart und seine ungewöhnliche Tracht unterschied, hinterliess seine Gemahlin offenbar einen tieferen Eindruck. Sie ist als korpulente Frau dargestellt, und dem gesattelten Esel, der sie trug, wird besondere Aufinerksamkeit zuteil, nicht nur wegen des enormen Gewichts der Königin, sondern weil in Ägypten damals das Reiten auf Eseln oder Pferden noch unüblich war. Die Reliefs zeigen auch das Verladen von Myrrhebäumen auf die ägyptischen Schiffe; sie sollten in Ägypten selbst kultiviert werden mit dem Ziel, das wertvolle Harz vor Ort zu gewinnen. Vorhandene Spuren von Pflanzlöchern lassen es möglich erscheinen, dass solche Bäume schliesslich vor dem Tempel in Deir el-Bahri wiedereingepflanzt wurden.
Auf einer Stele aus dem Totentempel Amenhoteps III. (1390-1352 v. Chr.) ist eine Rede des Amun aufgezeichnet, in der der Gott dem König mitteilt: „Mein Gesicht nach Sonnenaufgang wendend, habe ich ein Wunder für dich erschaffen, ich liess die Länder von Punt hierher zu dir kommen, mit all den duftenden Blumen ihrer Länder, damit sie deinen Frieden erbitten und die Luft atmen, die du gibst.“


 

 

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