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Stadtgott von Memphis und
Schöpfergott, meist dargestellt als Mumie; seine Hände ragen aus den
Mumienbinden heraus und halten einen Stab, der sich aus Djed-Pfeiler,
Anch-Zeichen und Was-Zepter zusammensetzt. Den kahlrasiertcn Kopf bedeckt
eine eng-anliegende Kappe, die die Ohren freilässt. Ab dem Mittleren Reich
(2055-1650 v. Chr.) trägt er einen geraden Bart. Seine bildliche Darstellung
blieb praktisch während der gesamten Pharaonenzeit unverändert. Die Griechen
setzten ihn mit ihrem Gott Hephaistos gleich.
Zusammen mit seiner Gemahlin, der Löwengöttin Sachmet, und dem Lotosgott
Nefertem, dessen Beziehung zu Ptah unklar ist, bildete er die Triade von
Memphis. Imhotep, der vergöttlichte Architekt der Stufenpyramide von Saqqara,
galt ebenfalls als Sohn des Ptah, nicht aber als Mitglied der memphitischen
Triade.
Ptah scheint ursprünglich ein Gott des Handwerks gewesen zu sein; so trug
der Hohepriester des Ptah den Titel wer cherep bemrwt („Oberster Leiter der
Handwerkerschaft“). Diese Verbindung mit schöpferischer Tätigkeit trug
vermutlich dazu bei, dass er schliesslich als universeller Schöpfergott
verehrt wurde: Er soll die Welt durch die Gedanken seines Herzens und die
Worte, die seine Zunge aussprach, geschaffen haben. Obwohl er offenkundig
bereits im Alten Reich (2686-2181 v. Chr.) als Schöpfergott galt, ist er in
den Pyramidentexten kaum erwähnt. Dieses effektive übergehen des Gottes im
königlichen Totenkult wurde gelegentlich auf die Ra-Priesterschaft des Alten
Reiches in Heliopolis zurückgeführt, die nicht zulassen wollte, dass eine
memphitische Gottheit dem Sonnengott den Rang streitig machte. Andererseits
wird Ptah jedoch das Mundöffnungsritual zugeschrieben. Einem ähnlichen Geist
theologischer Rivalität entspringt vielleicht ein Schöpfungsmythos der
Ptah-Priester (die memphitische Theologie), wonach Atum und seine Neunheit
von Ptah geschaffen wurden.
Während des Alten Reiches verschmolz der Kult des Ptah mit dem einer
weiteren memphitischen Gottheit, des Falkengottes Sokar; dies führte zur
Herausbildung einer als Ptah-Sokar bekannten Totengottheit. In der Spätzeit
(747-332 v. Chr.) hatte dieser Gott dann auch die Attribute des Totengottes
Osiris übernommen und eine neue Gottheit, Ptah-Sokar-Osiris, entstand. Zur
Grabausstattung von Privatleuten in der Spätzeit gehörten stets auch
hölzerne Bildnisse des Ptah-Sokar-Osiris; sie waren in der Regel als
mumienförmige, menschenköpfige Figuren gestaltet, die auf einem - zuweilen
mit kleinen Falken verzierten - hohlen Holzsockel standen. Eine ältere
Version dieser Art von Grabfigur, zum ersten Mal in der 19.Dynastie
(1295-1186 v. Chr.) belegt, bestand einfach aus einer mumienförmigen
Osiris-Figur auf einem Holzsockel (in dem gelegentlich ein Totenbuch-Papyrus
versteckt war).
Die Tempel des Ptah in Memphis wurden während der Pharaonenzeit ständig
erweitert; andere bedeutende Kultstätten entstanden in Karnak sowie in Abu
Simbel und Gerf Hussein in Nubien. Man vermutete, der Name eines seiner
memphitischen Heiligtümer, Hwt-ka-Ptah, könnte von den Griechen zu Aigyptos
verfälscht worden sein, aus dem sich der moderne Name „Ägypten“ herleitet. |