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Altes Ägypten, Pharaonen
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Petosiris (altägyptisch Padiwesjr) (um 300 v. Chr.)

Hoherpriester des Thot im ausgehenden 4. Jh. v. Chr. Bekannt ist er heute v. a. aufgrund der Kapelle, die er für sich selbst sowie zur kultischen Verehrung seines Vater Se-Schu (auch: Nes-Schu) und seines Bruder Djed-Thot-ef-anch im mittelägyptischen Tuna el-Gebel errichtete. Vor der Grabkapelle in Form eines kleinen rechteckigen Tempels im Stil der frühen Ptolemäerzeit steht ein „Hörneraltar“ nach griech.-syr. Vorbild, wie wir Ihn auch aus Karnak kennen. Man betritt die Kapelle durch eine Vorhalle mit halbhohen Säulenschranken und Kompositkapitellen, ähnlich jenen von Edfu und Dendera. In den meisten Inschriften an den Wänden dieses Raumes geht es um Petrosiris und seine Titel. Von hier aus gelangt man in die eigentliche Kultkapelle mit vier Pfeilern; ihre Wände sind mit Texten dekoriert, die sich auf den Vater und den Bruder des Petosiris beziehen. Am südl. Ende dieses Sanktuars führt ein Schacht in die etwa 8 m tiefer gelegenen unterirdischen Grabkammern.
Berühmt ist das Grab insbes. wegen seiner Reliefs und Malereien, die traditionelle äg. Themen wie Ernte, Weinlese und Möbelherstellung in typisch hellenistischem Stil darstellen. So werden z. B. äg. Bauern in griech. Tracht und in Posen abgebildet, die eher an die klassische denn an die äg. Tradition erinnern. Am ausgeprägtesten ist dieser Mischstil in der Vorhalle, während die Szenen im Sanktuar mehr in der äg. Tradition gehalten sind, ohne allerdings einen gewissen griech. Einfluss zu verleugnen.
Die Grablegen des Petosiris seiner Frau und eines seiner Söhne wurden zwar bereits im Altertum geplündert, doch die beiden Holzsärge und den Steinsarkophag des Petosiris fand man 1920 während der von Gustave Lefebvre geleiteten Ausgrabungsarbeiten. Der mumienförmige Innensarg aus nachgedunkeltem Kiefernholz ist gut erhalten. Die Augen aus Glas sind eingesetzt; die Hieroglyphen der fünfspaltigen Inschrift auf dem Deckel bestehen aus Glaspaste in vielen Farben.


 

 

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