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Altes Ägypten, Pharaonen
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Pepi (griech. Phiops)

Geburtsname (Eigenname) von zwei Königen der 6. Dynastie (2345-2181 v. Chr.).
Pepi I. Merira (2321-2287 v. Chr.) war - nach dem kurzen Zwischenspiel eines Königs Weserkara (der entweder den Thron usurpierte oder als Regent wirkte) - der Nachfolger des 1. Königs der 6. Dynastie, Teti; seine Mutter, Königin Iput, fungierte wahrscheinlich zunächst als Regentin, als er auf den Thron kam. Seine Regierungszeit war von reger Tätigkeit geprägt; er herrschte mindestens 40 Jahre, in deren Verlauf er mehrere Tempel in Abydos, Bubastis (Tell Basta), Dendera, Elephantine und vielleicht auch in Hierakonpolis baute und ausschmückte. In Hierakonpolis entdeckten Frederick Green und James Quibell die ältesten Beispiele für Kupferplastik - eine lebensgrosse Kupferstatue des Pepi, in der sich eine zweite, kleinere Kupferstatue befand, die vernurtlich seinen Sohn und Nachfolger Merenra darstellt. Von Pepi I. sind zwar nur wenige Denkmäler erhalten, doch existieren sowohl aus seiner Regierungszeit als auch aus späterer Zeit viele Fragmente mit Inschriften, die seine Namen und Titel nennen.
Ein Block aus der Grabkapelle eines Beamten namens Weni in Abydos ist mit einer langen Inschrift versehen; sie schildert seine Rolle bei Ereignissen, die sich in den Regierungszeiten von Teti, Pepi und Merenra abspielten, und enthält einen Hinweis auf eine mögliche Harmsverschwörung zur Zeit Pepis. Diese wurde zwar offensichtlich vereitelt, doch vermutete man, dass sie - auf irgendeine undurchsichtige Weise - mit seiner späten Hochzeit mit zwei Frauen zusammenhing, die beide den Hofnamen Anchenesmerira annahmen. Es handelte sich um zwei Töchter des Chui, eines Beamten aus Abydos, der aufgrund dieser Heiraten enormen Einfluss gewonnen haben muss, brachten die beiden Frauen doch die nächsten Könige, Merenra bzw. Pepi II., zur Welt; zudem hatte Chuis Sohn Djau unter diesen beiden Königen das Amt des Wesirs inne.
Es spricht einiges für eine Mitregentschaft Merenras während der letzten Regierungsjahre Pepis I.; sie würde es - angesichts der langen Regierungszeiten von Teti und Pepi I. -plausibler erscheinen lassen, dass Weni auch noch unter Merenra als Beamter diente.Allerdings ist dies kein endgültigerBewcis für eine solche frühe Mitregentschaft.
Die Pyramidenanlage von Pepi I. in Saqqara-Süd ist zwar nicht die erste, in der Pyramidentexte aufgezeichnet wurden, doch die erste, in der man – während der von Emile und Heinrich Brugsch 1880-81 durchgeführten Ausgrabungen - solche Totentexte entdeckte. Der Sarkophag Pepis ist zerstört, in einer etwa einen Meter tiefen rechteckigen Grube nahe der Süd-Wand der Grabkammer fand sich jedoch ein Kanopen-Kasten, der noch immer eines der Bündel mit den Eingeweiden des Königs und einige Stücke des Steinkruges enthielt, in dem es ursprünglich aufbewahrt worden war.
Pepi II. Neferkara (2278-218-1 v. Chr.) war ein Sohn Pepis l.; er kam nach dem frühen Tod seines Halbbruders Merenra, der nur etwa neun Jahre regiert hatte, auf den Thron. Man nimmt an, dass er selbst bei der Thronbesteigung erst etwa zehn Jahre alt war; dafür sprechen auch Inschriften im Grab des Harchuf, eines im Fels von Qubbet el-Hawa (Grab A8) bestatteten Gaufürsten von Assuan. Die Texte berichten von verschiedenen Missionen, die Harchuf im Auftrag von Königen der 6. Dynastie unternommen hatte, darunter auch eine Expedition nach Obernubien, während der er einen Pygmäen erwarb. Der Brief, den der junge König ihm schickte, wirkt authentisch und ist vielleicht sogar historisch: Der ungeduldige König kann es kaum erwarten, den Pygmäen zu sehen, und fordert besorgt, man solle ja gut auf ihn aufpassen, damit er nicht des Nachts vom Schiff falle. Aus den Texten in Harchufs Grab geht auch hervor, dass die Ägypter weiterhin einen gewissen ökonomischen Einfluss in Unternubien ausübten.
Man hält es für möglich, dass die sehr lange Regierungszeit Pepis II. zum allmählichen Zusammenbruch des Alten Reiches mit beigetragen hat, indem sie sowohl eine Aushöhlung der Zentralmacht als auch eine Nachfolgekrise heraufbeschwor, da möglicherweise die vorgesehenen Nachfolger zu früh verstarben und in der Folge mehrere Rivalen um den Thron kämpften.
Pepi II. ist wie sein Vater in einer Pyramide in Saqqara-Süd bestattet, doch ist der ursprüngliche Plan seines Grabbezirks viel deutlicher erkennbar. Die Anlage wurde zwischen 1926 und 1930 von Gustave Jéquier ausgegraben, der dabei auf eine Reihe von Relieffragmenten stiess. Diese zeigen nicht nur die üblichen Prozessionen von Gabenträgern, sondern auch Darstellungen des Königs als Sphinx und Greif beim Zertreten seiner Feinde sowie eine Szene, in der die Göttin Seschat Gefangene und Kriegsbeute auflistet. Die Dekoration wurde weitgehend von der Anlage des Sahura (2487-2475 v. Chr.) in Abusir übernornrnen, und die Szene des besiegten Libyer-Häuptlings und seiner Familie im mittleren Quergang scheint in allen Einzelheiten getreulich kopiert worden zu sein (wodurch die Historizitit vieler Szenen mit namentlich genannten Personen in Tempel- und Totenkult in Frage gestellt ist). Wie verschiedene andere Pyramidenanlagen dieser Zeit (so auch die von Pepi I.) enthielt der Totentempel Fragmente von Steinstatuen gefesselter Gefangener, die vielleicht bei der Feier von Siegen des Königs über Fremdländer eine Rolle gespielt haben.


 

 

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