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Altes Ägypten, Pharaonen
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Namen

Für die Ägypter war die Namensgebung bei Menschen und Dingen von grosser Bedeutung: Der Name galt als Wesensbestandteil des Menschen, der für das Überleben genauso unentbehrlich war wie Ka, Ba oder Ach. „Mode-Namen“ orientierten sich häufig an den jeweiligen Herrschern oder schlossen den Namen einer Gottheit ein, die gerade besonders populär war oder im Geburtsort des Betreffenden verehrt wurde. Der Name eines Menschen gibt daher häufig einen Hinweis auf seine geographische Herkunft oder die Zeit, in der er lebte. Manche Namen - wie z. B. Neferet („die Schöne“) - sind einfach Substantive oder Adjektive, andere - wie Rahotep („Ra ist zufrieden“) oder Chasechemui („die beiden Mächte erscheinen“) - enthalten eine Art programmatischer Aussage.
Die Bedeutung vorn Wörtern und Namen nicht nur als abstrakte Symbole, sondern als physische Manifestationen der genannten Erscheinungen selbst, wird durch die auf dem Schabaka-Stein überlieferte „Memphitische Theologie“ unterstrichen: Ihr zufolge erschuf der Gott Ptah das gesamte Universum, indem er den Namen eines jeden Dinges nannte. Und die als Onomastika bekannten ägyptischen „Nachschlagewerke“ bestanden aus Listen mit Namen für Personen, Berufe oder Orte; allerdings fehlte jegliche Erläuterung oder Definition, vermutlich weil man glaubte, der Name oder das Wort sei selbst schon vollkommener Ausdruck der jeweiligen Erscheinung.
Wie der Schatten galt der Name als Wesensbestandteil eines jeden Menschen, der ihm gleich bei der Gehurt verliehen werden mmusste; sonst konnte, so befürchtete man, der Betreffende nicht richtig ins Leben eintreten. Die Königslisten auf Tempel- und Grabwänden dienten der kultischen Verehrung der königlichen Vorfahren, deren Kartuschen dort aufgezeichnet wuren, doch in gewisser Hinsicht galten die Kultrituale eher der Namensliste als den einzelnen Herrschern.
Die symbolische Bedeutung von Namen hatte auch zur Folge, dass die Tilgung von Personen- oder Königs-Namen auf Monumenten oder Statuen mit der Auslöschung des Andenkens und der Existenz des Namensträgers gleichgesetzt wurde. Umgekehrt meinte man, das Anbringen eines neuen Namens auf einer Reliefdarstellung oder einer Statue (in der Ägyptologie gewöhnlich als „Usurpation“ eines Werkes bezeichnet) würde - ohne Rücksicht auf tatsachliche äusserliche Ähnlichkeit - ihr Wesen und Persönlichkeit des neuen Besitzers einhauchen.


 

 

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