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Altes Ägypten, Pharaonen
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Nahrung

Über die Ernährung der alten Ägypter wissen wir recht gut Bescheid. Dies verdanken wir Darstellungen von Nahrungsmittelherstellung und –konsum in der ägyptischen Grabkunst, aber auch Resten von Nahrungsmitteln aus dem Tempel- und Totenkult sowie dem häuslichen Bereich. Die ärmsten Menschen im alten Ägypten scheinen sich von Brot, Bier und einigen Gemüsesorten, v. a. Zwiebeln, ernährt zu haben; dem griechischen Schriftsteller Herodot zufolge waren dies auch die Produkte, mit denen die Arbeiter, die die Grosse Pyramide erbauten, entlohnt wurden. Und die Opferformel, die sich in ägyptischen Gräbern ab dem Alten Reich findet, enthielt in der Regel die Bitte, „tausend an Broten, tausend an Bier“ mögen gegeben werden.
Brot wurde aus Emmer hergestellt, der mühsam zwischen zwei Mahlsteinen zerrieben werden musste. Dieses Verfahren hatte zur Folge, dass das Mehl unweigerlich kleine Steinsplitter und gelegentlich Sandkörner enthielt, die - so ergaben Untersuchungen an erhaltenen menschlichen Skeletten - die Zähne arg strapazierten. Die Brotformen waren vielfältig; einige davon wurden in Tonformen gebacken, v.a., wenn die Brote für rituelle Zwecke und nicht zum täglichen Verzehr gedacht waren. Brot bildete den Mittelpunkt von Opferszenen in Gräbern, dargestellt meist als Reihe langer Scheiben auf dem Tisch. Und das Hieroglyphenzeichen hetep („Opfer“) zeigt eine Tafel mit einem Brotlaib darauf.
Bier wurde in der Regel aus Gerste hergestellt. Es handelte sich offenbar um eine dickliche Flüssigkeit, die zwar nicht unbedingt einen hohen Alkoholgehalt hatte, aber nahrhaft war. Eine Szene im Neuen Reichs-Grab des Antefiqer zeigt ein Kind mit einer Schale in der Hand; der Begleittext dazu lautet: „Gib mir Bier, denn ich bin hungrig“. Dies unterstreicht, dass Bier nicht einfach ein Getränk war, sondern den Charakter eines Nahrungsmittels hatte. Es konnte mit Datteln gesüsst oder mit anderen Früchten aromatisiert werden.
Aufzeichnungen auf Ostraka aus der Arbeitersiedlung Deir el-Medina ist zu entnehmen, dass die Entlohnung der Arbeiter dort in Form von Nahrungsmittelzuteilungen erfolgte. Obwohl diese Männer und ihre Familien zweifellos besser gestellt waren als Feldarbeiter, geben uns die Zuteilungslisten eine gewisse Vorstellung von den Lebensmitteln, die im Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) allgemein zur Verfügung standen. Emmer und Gerste machten den Löwenanteil aus, da sie zu den Grundnahrungsmitteln zählten. Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Salat und Gurken gehörten zu den am häufigsten ausgegebenen Gemüsesorten, aber auch gesalzener Fisch spielte für die Ernährung der Dorfbewohner eine wichtige Rolle. Fleisch gab es gewöhnlich in Form eines ganzen Rindes aus dem Viehbestand des Tempels oder in zugeteilten Portionen. Ausserhalb von Deir el-Medina dürfte für die meisten Ägypter Fleisch als grosser Luxus gegolten haben - als etwas, das man sich v.a. bei Festen oder anderen besonderen Gelegenheiten gönnte.
Die Reichen verzehrten Ochsen, aber auch Schweine wurden ihres Fleisches wegen gezüchtet, wie Belege aus dem Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) aus der Pyramidenstadt Kahun (el-Lahun) und aus der Neuen Reichs-Arbeitersiedlung von El-Amarna bezeugen. Hasen, Gazellen und andere Wildtiere ergänzten den Speiseplan ärmerer Bevölkerungsschichten, während die Elite sie als Beute beim Jagdsport schätzte. Tiere dienten auch als Lieferanten für Fett und für die Milch zur Käseherstellung. Enten und - ab dem Neuen Reich - Hühner wurden der Eier und des Fleisches wegen gehalten, Wildvögel zum Zeitvertreib und als Nahrung gejagt.
Früchte (wie Datteln, Feigen, Trauben, Granatäpfel, Dumpalmnüsse und, seltener, Mandeln) waren sowohl für die Bewohner von Deir el-Medina als auch für die Bevölkerung insgesamt erhältlich. Aus Trauben machte man auch Wein, und viele Grabmalereien zeigen Winzer bei der Arbeit. Wein scheint jedoch im allgemeinen den wohlhabenderen Schichten der ägyptischen Gesellschaft vorbehalten gewesen zu sein; die Krüge, in denen er gelagert wurde, nennen oft Herkunft und Jahrgang.
Honig stammte von Wildbienen oder aus Bienenzucht, und da man Zucker nicht kannte, verwendete man ihn, um Brot in Kuchen zu verwandeln und um Bier zu süssen. Aus Deir el-Medina wird berichtet, dass man Konditoren beschäftigte, um Honigkuchen für die Nekropolenarbeiter zuzubereiten.


 

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