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Altes Ägypten, Pharaonen
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Möbel

Die besten altägyptischen Möbel-Stücke waren schön gearbeitet und geschmackvoll gestaltet; deshalb überrascht es nicht, dass einige Entwürfe für europäische Möbel des frühen 19. Jh. übernommen wurden (die allerdings oft nicht an ihre Vorbilder heranreichten). Nach heutigen Begriffen waren jedoch ägyptische Häuser, v. a. die der Armen, nur spärlich möbliert. Am gebräuchlichsten waren Betten, Stühle und Hocker sowie Kästen (die den Zweck des modernen Sideboards oder Schrankes erfüllten). Auch niedrige Tische waren in Gebrauch, offenkundig bereits in der 1. Dynastie (3100-2890 v. Chr.), wie zwei Holztische aus Tarchan belegen.
Der grösste Teil der erhaltenen Möbel ist aus Holz gefertigt, doch gibt es in Orten wie el-Amarna auch zahlreiche Hocker aus Kalkstein. Betten sind von der 1. Dynastie an belegt; sie bestanden aus einem an den Ecken verbundenen Holzrahmen und waren mit Matten oder Leder bespannt. Stühle wurden nur von den Wohlhabendsten benutzt und konnten sehr kunstvoll gearbeitet sein. Die Länge der Rückenlehne variierte beträchtlich, ebenso die Kunstfertigkeit der Handwerker: Die schönsten Stücke konnten Füsse in Form von elegant geschwungenen Löwenpranken sowie Intarsien aufweisen. Die Regel waren einfache Stühle ohne Armlehnen, doch kennen wir auch thronähnliche Versionen wie etwa den berühmten Thronsessel aus Tutanchamuns Grab, der vergoldet und mit Einlagen verziert ist.
Die meisten Leute benutzten niedrige Hocker, und bis zum Mittleren Reich hatte man einen Klappstuhl entwickelt. Es existieren einige kunstvoll gearbeitete Exemplare, so der Zeremonialstuhl aus dem Grab Tutanchamuns: Die Stuhlbeine enden in Entenköpfen, deren Schnäbel die Querstangen halten. Die Ägypter bewiesen grosses Geschick bei der Herstellung solch leichter bzw. rasch zusammenbaubarer Möbel zur Verwendung auf Reisen oder Feldzügen. Bereits aus der 4. Dynastie stammt ein vollständiges „Reise-Schlafzimmer“ samt Zelt und Tragsessel; es gehört zum erhaltenen Grabmobiliar von Königin Hetepheres, der Mutter von Cheops (2589-2566 v. Chr.). Einige Pfosten und Balken bilden einen Rahmen, der in einem Zelt oder Raum aufgestellt werden konnte, um zusätzliche Wärme oder Ruhe zu gewährleisten, und als eine Art tragbares Boudoir diente.
Das thebanische Grab des Architekten Cha enthielt eine repräsentative Auswahl von Möbel des Neuen Reiches (heute im Museo Egizio, Turin), darunter einen Holzkasten für Toilettenartikel, einen Stuhl und einen Ständer für ein Tongefäss.


 

 

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