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Altes Ägypten, Pharaonen
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Mittleres Reich (2035-1650 v. Chr.)

Chronologischer Abschnitt, der mit der Regierungszeit des thebanischen Herrschers Mentuhotep II. Nebhepetra (2053-2004 v. Chr.) begann und bis zum Ende der 13. Dynastie (um 1650 v. Chr.) reichte. Gewöhnlich wird er in zwei Phasen unterteilt: das frühe Mittlere Reich (späte 11. und frühe 12. Dynastie) und das späte Mittlere Reich von Senweseret III. bis zum Ende der 13. Dynastie). Die Literatur des Mittleren Reiches, darunter die damals stark wachsende Weisheitsliteratur, gewährt uns Einblicke in die sozialen und politischen Probleme der Zeit, auch wenn viele der klassischen Texte wie die Geschichte des Sinuhe und die Prophezeihung des Neferti schwer zu analysieren sind aufgrund der Unsicherheiten, die in bezog auf ihren „Sitz im Leben“, d. h. ihre usprünglichen Funktionen, ihr Publikum und ihre Absichten bestehen.
Im Neuen Reich dürfte - nach Ausweis der Königslisten - Mentuhotep II. als Begründer des Mittleren Reiches gegolten haben, und sein Grabmonument in Deir el-Bahri wurde offensichtlich als eine der grossartigsten Leistungen jener Zeit gewertet. Über den letzten König der 11. Dynastie, Mentuhotep IV, erfahren wir aus Textquellen wenig, doch wäre es möglich, dass sein Wesir Amenemhat mit dem ersten König der 12. Dynastie, Amenemhat I. ist, der eine neue Hauptstadt namens Amenemhat Itjtawi (Amenemhat ist es, der die beiden Länder in Besitz nimmt“, oft verkürzt zu Itjtawi) gründete. Bisher stiess man noch auf keine Überreste dieser Stadt, in der sich die königliche Residenz bis zum Ende des Mittleren Reiches befand. Man geht gewöhnlich davon aus, dass sie auf dem westlichen Nilufer in der Nähe der Pyramidenbezirke von Amenemhat I. und seinem Nachfolger Senweseret I. in el-Lischt, auf halbem Weg zwischen Memphis und Meidum lag.
Die Zeit der frühen 12. Dynastie war von der Klärung der Gaugrenzen, der landwirtschaftlichen Entwicklung des Fajjum und der allmählichen Annektierung von Unternubien geprägt. Unsere Kenntnisse über den Königshof der 12. Dynastie stammen überwiegend aus den Pyramidenanlagen in el-Lischt, el-Lahun (Senweseret II.), Dahschur (Amenemhat II., Senweseret lll. und Amenemhat lIl.) und Hawara (Amenemhat III.). Eigenständige Provinzfriedhöfe der Oberschicht gab es in Orten wie Assiut, Deir el-Berscheh, Meir und Beni Hasan zumindest noch während der frühen 12. Dynastie; ab der späten 12. Dynastie finden sich dann in der Umgebung der Pyramiden mehr Überreste von Beamtengräbern, was vielleicht auf engere Verbindungen zwischen den Gaufürsten und der Residenz verweist.
Ausser Grabmonumenten sind aus der Zeit auch einige Sakralbauten erhalten, darunter die frühesten bekannten Bauabschnitte des Amun-Tempels von Karnak und die Tempel von Sober und Amenemhat III. in Medinet Madi; viele Bauten scheinen allerdings für die Errichtung von Tempeln im Neuen Reich abgerissen und als Baumaterial wiederverwendet worden zu sein. Abydos wurde aufgrund der wachsenden Bedeutung des Gottes Osiris zu einem bedeutsamen Wallfahrtsort, nachdem das Grab des Djer in Umm el-Qa`ab zum Bestattungsort des Gottes umgedeutet worden war.
Die Regierungszeit von Senweseret III. scheint ein Wendepunkt im Mittleren Reich gewesen zu sein, und zwar sowohl, was das Verwaltungssystem als auch was Gräber und Grabausstattung anlangt. Während seiner Herrschaft wurde der Festungsgürtel in Nubien ausgebaut und damit der ägyptische Zugriff auf die dort vorhandenen Ressourcen gesichert. Gleichzeitig sollte das Graben eines Kanals durch den 1. Nilkatarakt bei Assuan Schiffen ungehinderte Fahrt vom 2. Katarakt bis zum Mittelmeer ermöglichen.
Manethos 13. Dynastie regierte zwar offenbar weiterhin von Itjtawi aus, doch scheint sich eine grosse Zahl von Königen mit nur sehr kurzer Regierungszeit abgelöst zu haben; keiner hielt sich lange genug an der Macht, um Grabanlagen von der Grösse zu schaffen, wie sie ihre Vorgänger in der 12. Dynastie errichtet hatten. In anderer Hinsicht waren jedoch materielle Kultur sowie politisches und soziales System der späten 12. und der 13. Dynastie relativ homogen. W. C. Hayes meinte, die Regierungsgewalt habe während der 13. Dynastie hauptsächlich bei den Wesiren gelegen, doch gilt es heute als wahrscheinlicher, dass die königliche Autorität trotz eines allgemeinen Mangels an politischer Kontinuität aufrechterhalten wurde. Die Aufspaltung der 13. Dynastie in viele Herrscher wirkte sich zweifellos negativ auf die Kontrolle der ägyptischen Grenzen aus: Sie hatte eine Lockerung der Herrschaft über Nubien und ein Eindringen von westasiatischen Gruppen ins Delta zur Folge, das besonders deutlich an den archäologischen Funden in Tell el-Dab`a im östlichen Delta zu erkennen ist. Das Ende des Mittleren Reiches markierte die Aufgabe von Itjtawi, die ungefähr zur gleichen Zeit erfolgte, als schwächere ägyptische Herrscher im Delta von den heka-chaswt verdrängt wurden - von den „Herrschern der Fremdländer“, wie die Griechen die Hyksos nannten.


 

 

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