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Altes Ägypten, Pharaonen
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Min

Ithyphallischer Fruchtbarkeitsgott und Symbol der Manneskraft, auch Schutzherr der Minengebiete in der Ost-Wüste. Er war zunächst mit Koptos verbunden, später mit Achmim, das die Griechen in der Ptolemäerzeit Panopolis nannten, da sie ihren Gott Pan mit Min gleichsetzten. Typische Darstellungen aus der Pharaonenzeit zeigen Min in mumienähnlicher menschlicher Gestalt; seine linke Hand umschliesst den erigierten Phallus, der rechte Ann ist wie zum Schlag erhoben, die rechte Hand hält eine Geissel. Meist trug er eine flache, von zwei Federn gekrönte Kappe, von der hinten ein langes Band herabhing. Bereits spätestens in der 6. Dynastie (2345-2181 v. Chr.) wurde er mit dem Lattich assoziiert, vermutlich weil man eine Verbindung annahm zwischen dem milchigen Saft des Lattichs und männlichem Samen; Abbildungen zeigen Min oft neben einem Opfertisch mit Lattichstrünken.
Min wurde bereits in der späiten prädynastischen Zeit (um 3100 v. Chr.) verehrt, als sein Emblem Tongefässe, Keulenköpfe und Paletten schmückte. Dieses Emblem hat eine ungewöhnliche Form: Zwei liegende kegelförmige Zeichen und zwei senkrecht stehende, winzige Halbkreise umrahmen - symmetrisch angeordnet - eine kleine Scheibe; es wurde abwechselnd als Türriegel, Pfeil mit Widerhaken, Blitz oder fossiles Muschelpaar gedeutet. Oft auf eine Standarte gestellt, ging es später in die hieroglyphische Schreibung des Gottesnamens ein und auch in die des 9. oberägyptischen Gaus, dessen Hauptstadt Achmim war.
Eine Tuschezeichnung auf einer Steinschale aus dem Grab des Chasechemui (um 2686 v. Chr., späte 2. Dynastie) ist wahrscheinlich die älteste erhaltene Darstellung des menschengestaltigen, ithyphallischen Min. Allerdings gibt es noch drei kolossale Kalksteinstatuen, die Flinders Petrie in Koptos ausgegraben hat. Sollten diese Figuren (heute im Ashmolean Museum, Oxford) tatsächlich aus der frühdynastischen Zeit (3100-2686 v. Chr.) stammen, wie viele Wissenschaftler aus kunsthistorischen Gründen glauben, wären sie die ältesten dreidimensionalen Darstellungen des anthropomorphen Aspekts von Min. Menschliche Gestalt hatte offenbar auch eine Statue des Gottes, die dem Palermostein zufolge auf königliche Anordnung in der 1. Dynastie geschaffen worden war.
In einem Grab aus der 5. Dynastie in Gisa ist eine „Prozession des Min“ erwähnt, und man hat vermutet, er könnte gemeint gewesen sein, wenn in den Pyramidentexten von „dem, der seinen Arm erhebt im Osten“ die Rede war. Im Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) wurde der Kult des Min - wie jener der Sepedet, einer weiteren Gottheit der Ost-Wüste - oft mit dem Horus-Mythos verbunden, so dass Min zuweilen als Sohn der Isis galt. Dann wieder bildete er mit Isis (als Gemahlin) und Horus (als ihrem gemeinsamen Sohn) eine Triade.
Im Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) sah man in Min eine Manifestation des Amun als urzeitlicher Schöpfergott. Die Zeremonien im Zusammenhang mit Krönungen und Jubiläen ägyptischer Könige schlossen deshalb meist ein Min-Fest ein, das die Zeugungskraft des Pharao sichern sollte. Auf einem heute im Petrie Museum, London, aufbewahrten Kalksteinrelief sieht man Senweseret I. (1965-1920 v. Chr.) beim Vollzug bestimmter Jubiläumsrituale vor Min. Auch auf den Reliefs im 2. Hof des Tempels Ramses' III. (1184-1153 v. Chr.) in Medinet Habu ist ein Min-Fest dargestellt: Der König schneidet Weizenähren für Min in seiner Rolle als Vegetationsgott.


 

 

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