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Altes Ägypten, Pharaonen
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Memphis (altägyptisch Men-nefer)

Hauptstadt Ägyptens während des grössten Teils der Pharaonenzeit. Sie lag im Gebiet des heutigen Dorfes Mitrahina etwa 24 km südl. des modernen Kairo. Memphis war die Hauptstadt des 1. unterägyptischen Gaus und Verwaltungszentrum während der frühdynastischen Zeit (3100-2086 v. Chr.) und dem Alten Reich (2686-2181 v. Chr.). Gegründet wurde Memphis antiker Überlieferung zufolge von König Menes (1. Dyn.).
Die „memphitische Nekropole“ im Westen der Stadt umfasst (von Norden nach Süden) Abu Roasch, Gisa, Zawiet el-Arjan, Abusir, Saqqara und Dahschur und erstreckt sich über annähernd 35 km; Saqqara ist jedoch der grösste und Memphis am nächsten gelegene Teil der Nekropole. In Memphis selbst gibt es nur sehr wenige Gräber: Einige aus der 1. Zwischenzeit (2181-2055 v. Chr.) fand man bei Mitrahina, in Kom Fachri stiess man auf Gräber von Hohenpriestern der 22. Dynastie (946-715 v. Chr.).
Der Name Memphis geht vermutlich auf eine Pyramidenstadt an der Pyramide Pepis I. in Saqqara zurück, die Men-nefer („bleibend und schön“) hiess. Ein älterer Name der Stadt lautete Ineb-hedj (Weisse Mauern oder weisse Festung), wahrscheinlich in Anspielung auf den Festungspalast eines der ersten Könige. Es gab Vermutungen, diese ursprüngliche Stadt könnte in der Gegend der heutigen Ortschaft Abusir gelegen haben und allmählich nach Süden in Richtung des heutigen Mitrahina gewandert sein. Wegen der Lage an der Spitze des Delta-Dreiecks hatte sie den Vorzug, sowohl das Delta als auch das Niltal kontrollieren zu können, weshalb sie bisweilen auch als „Waage der beiden Länder“ bezeichnet wurde.
Die Reste des frühen Memphis liegen unter dicken Lagen von Nil-Schwemmland und grosse Teile davon unter dem Grundwasserspiegel. Eine neuere, von David Jeffreys im Auftrag der Egypt Exploration Society geleitete Untersuchung versucht, mit Hilfe von Kernerbohrungen eine Karte der Topographie der unterirdischen Schichten zu erstellen, um eine frühe Siedlung in einem Gebiet zu lokalisieren, das einst höher lag.
Die auffälligsten Monumente vor Ort stammen aus dem Neuen Reich, der Zeit also, in der Theben das religiöse und administrative Zentrum Ägyptens war. Dennoch war Memphis nach wie vor von grosser Bedeutung und blieb die nördliche Hauptstadt; vielen Gelehrten gilt sie als der „eigentliche“ Verwaltungssitz während fast der gesamten Pharaonenzeit. Zu den Neuen Reichs-Monumenten, von denen heute noch etwas zu sehen ist, gehört der Tempel des Schutzgottes von Memphis, Ptah, der zu grossen Teilen aus der Zeit Ramses' II. (1279-1213 v. Chr.) stammt. Ptah, der in Memphis mit Sachmet und Nefertem eine Triade bildete, war jedoch eine der ältesten Gottheiten Ägyptens, und es existierten fraglos ältere ihm geweihte Tempel. In einem Teil des Ramessiden-Tempels wurden - vielleicht aus Saqqara herbeigeholte - Steinblöcke eines Pyramidenmantels verbaut; auch ältere Architekturfragmente, darunter ein Architrav Amenemhats III. (1866-1808 v. Chr.), fand man - ein Hinweis darauf, dass noch ältere Bauten der Entdeckung harren. Heute gilt das Augenmerk der Besucher meist einem umgestürzten Koloss Ramses' II. und einem „Alabaster“-Sphinx aus dem Neuen Reich, da der Tempel aufgrund des hohen Grundwasserspiegels häufig überflutet ist.
lm Gebiet von Kom Qala befindet sich neben Resten eines Palastes von Merenptah (1213-1203 v. Chr.), dem Nachfolger Ramses' II., auch ein kleiner Ptah-Tempel. In der Nähe entdeckte Petrie die Reste einer Fayence-Produktionsstätte aus römischer Zeit. Das Kom Rania-Gebiet stand im Mittelpunkt einer brit. Grabung in den 80er Jahren des 20.Jh., die eine wertvolle keramisch-chronologische Sequenz, für das Neue Reich und einen Teil des Milleren Reichs lieferte und tiefere Einblicke in einen kleinen Bereich der altägyptischen. Stadt gewährte.
Scheschonq I. (943-924 v. Chr., 22, Dynastie) liess - vermutlich an der Stelle eines Vorgängerbaus - ein Balsamierungshaus für den Apis-Stier, die lebende Manifestation des Ptah, errichten; Spuren davon sind heute noch zu sehen, darunter zwei riesige Balsamierungstische aus Alabaster. Auch hier wurden in jüngster Zeit Grabungen durchgeführt. Nördlich des Ptah-Bezirks liegt eine Einfriedung aus der Spätzeit, die v. a. wegen des eindrucksvollen Palasthügels des Apries (589-570 v. Chr., 26. Dynastie) bekannt ist. Dass sein Palast auf diesem Hügel lag, war vielleicht kein Zufall, denn von hier aus überschaute Apries die Totenstadt Saqqara, die während der Saitenzeit eine Quelle der Inspiration für die künstlerische Erneuerung war.
In der Ptolemäerzeit verlor die Stadt an Bedeutung, als ihr der neue Seehafen Alexandria den Rang ablief; die Gründung von Fustat, das (nach der arabischen Eroberung im Jahr 641) schliesslich ein Stadtteil Kairos wurde, versetzte Memphis den Todesstoss. Im 12. Jh. n. Chr. waren seine Ruinen noch deutlich zu sehen, doch - wie die Bauten seiner Nekropole - haben sie inzwischen unter der Benutzung als „Steinbruch“ und den Aktivitäten der sebachin gelitten, der Bauern, die Nilschlammziegel aus der Pharaonenzeit als Dünger verwenden.


 

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