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Zwei kolossale
Sitzfiguren Amenhoteps III. (1390-1352 v. Ch.) aus Silifiziertem Sandstein
am östlichen Ende des Areals in Theben-West, auf dem einst sein arg
geplünderter Totentempel stand; beide Kolosse werden von einer Figur der
Teje flankiert.
Im Jahr 27 v. Chr. wurde die nördliche Statue durch ein Erdbeben beschädigt;
dabei entstanden vielleicht Risse im Stein, die in der Statue allmorgendlich
ein typisches pfeifendes Geräusch erzeugten. Verschiedentlich wurde es auf
den Wind oder die Ausdehnung des Steins zurückgeführt; der tatsächliche
Grund ist bisher ungeklärt. Griechischen Besuchern in der Antike war die
Statue als der „singende Memnon“ bekannt; dahinter steckte die Vorstellung,
es handele sich bei der Figur um den homerischen Memnon, der für seine
Mutter Eos, die Göttin der Morgenröte, singe. Der griech. Schriftsteller
Strabon war misstrauisch: Er hielt es für möglich, dass einer der
umstehenden Ägypter das Geräusch von sich gegeben hatte, liess sich aber, so
behauptet er, schliesslich davon überzeugen, dass es doch übernatürlichen
Ursprungs war. Im 3. Jh. n. Chr. liess der röm. Kaiser Septimius Severus
(193-211 n. Chr.) den Koloss restaurieren und damit offenbar auch
verstummen.
Die Gleichsetzung der Kolosse mit Memnon hatte zur Folge, dass West-Theben
selbst als Memnoneia und das Ramesseum als Memnoneion bekannt wurde. Die
Bezeichnung Memnoneion wurde sogar für das Osirieion in Abydos verwendet.
Diese Namen waren zu Beginn des 19. Jh. immer noch in Mode: Ciovanni Belzoni
nannte den Kolossalkopf Ramses' II., den er vom Ramesseum ins Britische
Museum transportierte, den „jungen Memnon“. |