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Nekropole mit einer
ungewöhnlich frühen Pyramidenanlage und Privatgräbern nahe dem Fajjum. Die
Pyramide wird gewöhnlich Huni (2017-2613 v. Chr.), dem letzten König der 3.
Dynastie, zugeschrieben, obwohl sein Name nirgendwo an dem Monument
auftaucht und es wohl wahrscheinlicher wäre, dass sein Grabmonument in
Saqqara liegt (möglicherweise in einer noch nicht freigelegten Einfriedung
im Westen der Stufenpyramiden von Djoser und Sechemchet). Die Pyramide von
Meidum könnte Hunis Sohn Snofru gehört haben, dessen Namen Graffiti aus dem
Neuen Reich (1550-1069 v. Chr.) im Gang und in der Kammer eines kleinen
Totentempels vor Ort erwähnen. Sie könnte aber auch von Huni begonnen und
von Snofru nur vollendet worden sein, da letzterer selbst offenbar ja zwei
Pyramidenanlagen in Dahschur besass.
Die Pyramide von Meidum erinnert heute an einen abgestuften Turm,
ursprünglich erbaut wurde sie jedoch als siebenstufige Pyramide, die später
auf acht Stufen erhöht und schliesslich mit einer glatten Aussenverkleidung
versehen wurde. Damit wurde sie zur ersten echten Pyramide (auch wenn
Snofrus „Nord“-Pyramide in Dahschur die erste Pyramide gewesen sein mag, die
von Anfang an als echte Pyramide geplant war). Es wurde die Ansicht
geäussert, die Aussenverkleidung der Meidum-Pyramide sei in der frühen 4.
Dynastie abgerutscht; dies sei Anlass für eine Neigungswinkel-Änderung in
den letzten Bauphasen von Snofrus „Knickpyramide“ in Dahschur gewesen, was
allerdings voraussetzt, dass beide gleichzeitig errichtet wurden. Da jedoch
um die Pyramide von Meidum ein Friedhof mit Mastabas der 4. Dynastie
existiert und im Totentempel Neue Reichs-Graffiti gefunden wurden, dürfte es
wahrscheinlicher sein, dass der Zusammenbruch viel später, keinesfalls aber
vor dem Neuen Reich erfolgte.
Die mit einem Kraggewölbe eingedeckte Sargkammer befindet sich im
Pyramiden-Oberbau auf dem ursprünglichen Bodenniveau, und in ihrer
architektonischen Perfektion kommt sie gleich nach der „Grossen Galerie“ in
der Grossen Pyramide des Cheops (2589-2566 v. Chr.) in Gisa. In dem als
Totentempel interpretierten Gebäude auf der Ost-Seite der Pyramide fand man
zwei riesige, oben abgerundete Steinstelen ohne jegliche Inschrift, die
vermutlich Teil einer Opferkapelle waren. Ein offener Aufweg führte zum -
noch nicht ausgegrabenen - Taltempel.
Aus den Mastaba-Friedhöfen im Norden und Osten der Pyramide stammen einige
der schönsten Beispiele von Malereien, Reliefs und Skulpturen aus der frühen
4. Dynastie. Die Innenwände des Grab-Oberbaus von Nefermaat und seiner Frau
Atet sind mit gemalten Szenen aus dem Alltagsleben dekoriert, zu denen u. a.
die berühmten „Gänse von Meidum“ gehören. Im gleichen Grab begegnet man auch
einer neuen, aber offenbar nicht lange angewandten Technik des Wandschmucks,
bei der Einlagen aus Farbpasten verwendet wurden. Die bemalten
Kalksteinstatuen von Rahotep und Neferet (Ägyptisches Museum Kairo),
wahrscheinlich Sohn und Schwiegertochter von Snofru, entdeckte Auguste
Mariette 1871 in einer nördlich der Pyramide gelegenen Mastaba. Die älteste
erhaltene Mumie, datiert in die 5. Dynastie, grub Flinders Petrie 1891 in
Meidum aus, doch wurde sie bei der Bombardierung des Royal College of
Surgeons während des Zweiten Weltkriegs zerstört. |