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Altes Ägypten, Pharaonen
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Mastaba (arabisch für „Bank“)

Bezeichnung für einen altäygptischen Grabtyp, dessen Oberbau den niedrigen Bänken aus Lehmziegeln vor ägyptischen Häusern gleicht. Mastabas haben geböschte Wände, so dass die Dachfläche kleiner als die Grundfläche ist.
In der frühdynastischen Zeit (3100-2686 v. Chr) wurden Mastabas für königliche und private Bestattungen verwendet, im Alen Reich (2686-2181 v. Chr.) nur mehr für private. Sie umfassen einen Unterbau, der üblicherweise aus der Grabkammer und Magazinen besteht und über dem sich ein Oberbau aus Lehmziegeln oder Stein erhebt. Nebengebäude, insbes. Kapellen, waren ursprünglich dem Kernbau vorgebaut, wurden später aber in ihn integriert. Die besten Beispiele für Mastabas der frühdynastischen Zeit stammen aus Abydos und Saqqara sowie aus Naqada. Bedeutende Mastaba-Friedhöfe aus dem Alten Reich befinden sich in Gisa, Saqqara, Abusir und Meidum.
Frühdynastische Mastabas waren als in den Felsen gehauene Grube konstruiert und durch Ziegelmauern unterteilt. Die zentrale Kammer, die den Sarg aufnahm, war bisweilen dekoriert. In den frühesten Mastabas hatten die unterirdischen Räume keine Verbindungstüren und waren mit Holzdecken versehen. Die Bestattung musste folglich vor der Fertigstellung des Ziegeloberbaus erfolgen. Ab Mitte der 1. Dynastie integrierte man eine Treppe in das Grab, um den Zugang zu erleichtern; damit wurde auch die Fertigstellung des Oberbaus vor dem Begräbnis möglich. Die Treppe wurde durch Fallsteine verschlossen, um so der Plünderung von Bestattung und Magazinen vorzubeugen, von denen einige nun in den Oberbau integriert wurden. In der späten 2. Dynastie bestanden die unterirdischen Anlagen aus einer Reihe von Felskammern entlang eines zentralen Korridors. Die Gräber erhielten Umfassungsmauern, die wie der Oberbau in der 1. Dynastie als Palastfassade in Nischengliederung gestaltet wurden. Einige dieser Gräber besassen Schiffsgruben. Die Mastaba-Oberbauten der 2. Dynastie waren, abgesehen von der Nischengliederung am Nord- und Süd-Ende der Ost-Wand, schlichter gestaltet.
In der 3. Dynastie (2686-2613 v. Chr.) wurde die Pyramidenanlage zum Königsgrab, doch für die übrige Elite blieb die Mastaba weiterhin in Gebrauch; allerdings wurde die Zahl der unterirdischen Räume nach und nach reduziert, bis in der 4. Dynastie (2613-2494 v.Chr.) nur noch eine Grabkammer übrigblieb; sie war mit dem Oberbau durch einen senkrechten Schacht verbunden, der mit Bruchstein verschlossen werden konnte. Dieser Mastaba-Typ wurde bis zum Ende des Alten Reiches gebaut. In der 3. Dynastie griff man wieder mehr zur Nischengliederung, wenn auch nicht immer an allen Seiten des Grabes, und in der 4. Dynastie war Stein zum bevorzugten Baumaterial geworden. Die südl. Totenopferstätte, die sich zu einer einfachen Kapelle entwickelt hatte, wurde grösser und als eigener Raum im Oberbau gestaltet; in der 5. und 6. Dynastie (2494-2181 v. Chr.) entstand eine Reihe. von Räumen im Oberbau, der sich schliesslich zu einer ganzen Anlage für den Totenopferkult wandelte. Diese Kultanlagen waren oft kunstvoll dekoriert, u. a. mit Szenen aus dem Alltagsleben, denen wir wertvolle Informationen über Landwirtschaft und Handwerk verdanken.
Die Kapelle enthielt Scheintür und Opferstätte in einer Totenopferkammer, die sich gewöhnlich über der Bestattung befand. Hierher kann die Familie, um dem Verstorbenen ihre Opfergaben zu bringen. Auch eine an die Wände geschriebene Opferformel sollte auf magische Weise dazu beitragen, die Versorgung des Verstorbenen sicherzustellen; Statuen von ihm waren in einem Serdab eingemauert und nur durch zwei kleine Öffnungen im Mauerwerk sichtbar. Im Alten Reich war die jenseitige Existenz von Beamten von königlicher Gunst abhängig, und ihre vom König gewährten Gräber drängten sich - wie in den „Gräberstrassen“ von Gisa und Saqqara - um seine Grabstätte.
Als Privatgräber wurden Mastabas an Orten wie Abusir, Edfu, Qatta und Qubanija während des gesamten Mittleren Reiches gebaut, wobei sie zuweilen mit ihrem Korridorsystem die Pyramiden der 12. Dynastie (1982-1795 v. Chr.) kopierten. Ansonsten hatte das Felsgrab die Mastaba als Hauptform der privaten Grabarchitektur im wesentlichen abgelöst. Einige Wissenschaftler haben jedoch die sog. Tempelgräber des Neuen Reiches (1550 -1069 v. Chr.), für die das memphitische Grab des Horemheb in Saqqara ein besonders eindrucksvolles Beispiel darstellt, mit der Grabform der Mastaba verglichen. Der Oberbau dieser Tempelgräber sah meist aus wie ein Schrein oder Tempel mit mehreren Räumen, die - anders als in den relativ kompakt gebauten Aalten Reichs- und Mittleren Reichs-Mastabas - entlang einer Achse angeordnet waren. Vom Hof vor dem Oberbau führte ein Schacht in die Sargkammer hinunter.
Tempelgräber gab es auch noch nach dem Ende des Neuen Reiches; so dürften die Gräber der 21. und 22. Dynastie (1069-715 v. Chr.) im Bezirk des Amun-Tempels von Tanis wahrscheinlich ursprünglich derartige Oberbauten gehabt haben (allerdings sind nur die Unterbauten erhalten). Die Spätzeit-Gräber der Gottesgemahlinnen des Amun in Medinet Habu standen ebenfalls in dieser Architekturtradition.


 

 

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