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Altes Ägypten, Pharaonen
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Maat (Ma'at)

Göttin, die Wahrheit, Gerechtigkeit und die unabdingbare Harmonie des Universums personifiziert; in der Regel wurde sie als sitzende Frau mit einer Straussenfeder auf dem Haupt abgebildet, doch konnte auch die Feder allein für sie stehen, ebenso die Basis, auf der sie sitzt (wahrscheinlich ein Symbol für den Urhügel) und die zuweilen auch in Gerichtsszenen unter dem Thron des Osiris zu sehen ist. Auf kosmischer Ebene repräsentierte Maat die göttliche Ordnung des Universums, wie sie einst im Augenblick der Schöpfung gesetzt wurde. Man glaubte, die alles bewegende Kraft der Maat regle den Ablauf der Jahreszeiten, den Lauf der Sterne und die Beziehungen zwischen Menschen und Göttern. Die Maat ist deshalb ein Schlüsselbegriff der ägyptischen Weltanschauung, und die Pharaonen standen in der Pflicht, gemäss ihrem Gesetz zu regieren.
Es finden sich zwar zahlreiche Darstellungen der Maat in den Tempeln anderer Gottheiten, doch sind nur wenige der Göttin selbst geweihte Tempel erhalten, darunter ein kleiner Bau im Month-Bezirk von Karnak. Ihr Kult ist seit dem Alten Reich (2686 -2181 v. Chr.) belegt, und zur Zeit der 18. Dynastie (1550-1295 v. Chr.) wurde sie als „Tochter des Ra“ bezeichnet. Das Bild der Maat war die höchste aller Opfergaben, die der König den (Göttern darbrachte, und viele Herrscher führten den Beinamen „geliebt von Maat“. Selbst Echnaton (1352 - 1336 v. Chr.), dessen Ergebenheit an den Aton-Kult später als die Antithese zur Maat geschmäht wurde, trägt im thebanischen Grab des Wesirs Ramose den Beinamen „der von der Maat lebt“.
Da die Göttin die Vorstellung von Gerechtigkeit verkörperte, überrascht es nicht, dass der Wesir, dem die Gerichtshöfe unterstanden, den Titel „Priester der Maat“ führte, und es wurde vermutet, bei einer Goldkette mit einer Figur der Maat könnte es sich um die Amtskette eines Richters handeln. Auch beim Totengericht spielte die Maat eine bedeutende Rolle, wenn das Herz des Verstorbenen gegen ihre Feder oder ein Bild der Göttin gewogen wurde; zuweilen krönt ihr Symbol die Waage selbst. Der Ort, an dem das Totengericht abgehalten wurde, trug den Namen „Halle der beiden Wahrheiten“ (maati).


 

 

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