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Spät-prädynastische
Siedlung auf einer Fläche von etwa 18 ha, 5 km südl. vom modernen Kairo
gelegen. Die Siedlung bestand aus ovalen und halbmondförmigen Hütten aus mit
Lehm beworfenem Flechtwerk sowie grossen unterirdischen Häusern; sie erlebte
ihre Blüte in der Zeit von Naqada I. bis II. Jüngste Ausgrabungen lassen
vermuten, dass der östliche Teil früher besiedelt war als der westliche Am
Nord-Rand der Siedlung fand man einen Meter hohe, bis zum Hals eingegrabene
Vorratskrüge aus Ton. Auch am Süd-Ende der Siedlung gab es eine grosse Zahl
von Vorratsgruben, die verkohltes Getreide, Karneolperlen und andere
wertvolle Gegenstände enthielten. Die Leichen von Föten und Kindern wurden
zuweilen unterhalb der Siedlung begraben, doch gab es auch drei Friedhöfe in
der Nähe, der grösste im Wadi Digla.
Im Vergleich zu früheren prädynastischen Stätten in Unterägypten fanden sich
in Maadi weniger Zeugnisse für Jagd- und Sammeltätigkeit. Neben Hinweisen
auf landwirtschaftliche Tätigkeit stiess man auf umfangreiche Belege für
eine handwerkliche Spezialisierung, so etwa die Kupferverarbeitung und den
Handel mit Kupfer; eine Analyse dieses Kupfers deutet darauf hin, dass es
aus Minen in Timna und im Wadi Arabah im südöstlichen Sinai stammt. Über 80
Prozent der Keramik ist lokale Ware (die man aus Oberägypten nicht kennt),
doch aufgefundene Keramik- und Steinartefakte aus der Nagada-II-Zeit (Gerzeen)
verweisen auch auf zunehmende Kontakte mit Oberägypten. Auf Friedhöfen in
el-Saff und Harageh (in Mittelägypten) fand man typische Gegenstände der „Maadi-Kultur“
- ein Hinweis darauf, dass in spät-prädynastischer Zeit möglicherweise auch
eine gewisse Ausdehnung der Kultur nach Süden stattfand.
Bei der Freilegung von Maadi kamen grosse Mengen aus Palästina importierter
Keramik aus der frühen Bronzezeit I. zutage (darunter 31 unversehrte Krüge);
dabei handelte es sich in der Regel um kugelförmige Krüge mit einer breiten,
flachen Standfläche, hohen Schultern und einem langen zylindrischen Hals.
Zur importierten Tonware gehörte auch die sog. Ware-V-Keramik, die (petrographischen
Analysen zufolge) aus palästinischem Ton und mit ungewöhnlichen Techniken
hergestellt wurde. Die Auswahl palästinischer Produkte, die in Maadi
gefunden wurden (darunter Kupfernadeln, Meissel, Angelhaken, Basaltgefässe,
Feuersteinwerkzeuge, Bitumen und Karneolperlen) und das Vorhandensein
typischer Madi- und Gerzeen Produkte an Orten in Palästina wie Wadi Ghazzeh
(Ausgrabungsstätte H) und Tell el-Erani legen nahe, dass Maadi in der
spätprädynastischen Zeit als Entrepot (Lagerplatz) fungierte. Der Fund von
Eselskeletten in Maadi bestätigt vielleicht bisherige Vermutungen in Bezug
auf das Transportmittel, mit denen die Handelsgüter befördert wurden. |