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Altes Ägypten, Pharaonen
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Lepsius, Karl Richard (1810–1884)

Deutscher Ägyptologe, der die preussische Ägypten-Expedition (1842-45) leitete. Er wurde in Naumburg an der Saale geboren und studierte in Leipzig, Göttingen und Berlin, wo er 1833 das Doktorexamen ablegte. Nach Abschluss der Dissertation begann er in Paris mit dem Studium der Ägyptologie; Jean-Francois Champollions kurz zuvor erschienene Grammatik half ihm beim Erlernen der altägyptischen Sprache. Wie Champollion besuchte er mehrere Jahre lang europäische Sammlungen ägyptischer Altertümer, ehe er 1842 zum ersten Mal nach Ägypten reiste. Er wurde von einer Gruppe preussischer Gelehrter begleitet, unter denen sich auch ein hervorragender Zeichner befand; sein Hauptziel bestand darin, nach dem Vorbild der Expedition Napoleons die bedeutendsten Denkmäler zu dokumentieren und Altertümer zu sammeln. Im Verlauf seiner Reise, die ihn auch in den Sudan und nach Palästina führte, sandte er an die 15000 Antiquitäten und Gipsabdrücke nach Preussen.
Zwischen 1849 und 1859 veröffentlichte er die Ergebnisse der Expedition in Form eines riesigen, zwölfbändigen Werkes mit dem Titel “Denkmäler- aus Ägypten und Äthiopien“, das, wie die napoleonische Description de l`Egypte, noch heute Archäologen wertvolle Informationen liefert, da viele der Örtlichkeiten und Denkmäler seit der Mitte des 19. Jh. stark in Mitleidenschaft gezogen oder ganz zerstört worden sind. 1865 wurde Lepsius zum Leiter der ägyptischen Sammlung des Berliner Museums ernannt; im Jahr darauf kehrte er mit einer Expedition nach Ägypten zurück, die die Denkmäler des östlichen Deltas und der Region von Suez dokumentieren sollte. Dabei entdeckte er in Tanis das Dekret von Kanopus, ein zweisprachiges Dokument, das einen nützlichen linguistischen Vergleich mit dem Stein von Rosette ermöglichte.
Im Verlauf seiner Karriere veröffentlichte Lepsius zahlreiche weitere Werke und gab das wichtigste Organ der deutschen Ägyptologie, die Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde, heraus; 1869 stattete er Ägypten anlässlich der Eröffnung des Suezkanals einen letzten Besuch ab. Er starb 1884 in Berlin, nachdem er einen der grössten individuellen Beiträge in der Geschichte der Ägyptologie geleistet hatte.


 

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