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Lebenshaus (altägyptisch per anch) |
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Tempeleinrichtung, die
zuweilen mit einem mittelalterlichen Skriptorium verglichen wird. Auch wenn
das Lebenshaus meist an eine religiöse Institution gebunden war, unterschied
es sich doch von seinem klösterlichen Gegenstück darin, dass es nicht nur
ein Ort war, an dem Priester im Lesen und Abschreiben heiliger Texte
ausgebildet wurden, sondern auch eine Schule für Schreiber und die Kinder
der Oberschicht. Wahrscheinlich wurden auch Kopien von Grabtexten wie dem
Totenbuch für den Verkauf an Privatleute angefertigt. Gelehrt wurden im
Lebenshaus Astronomie, Geographie, Mathematik und Recht sowie die Deutung
von Träumen, wahrend den Priestern reichlich theologisches Material zum
Studium zur Verfügung stand. Sie dürften auch die Tempel-Bibliothek
(„Bücherhaus“, altägyptisch per medjat) benützt haben, aus der zweifellos
die meisten Originaldokumente stammten, welche die Schüler kopierten. Das
Personal des Lebenshauses scheint sich auch mit Medizin beschäftigt zu
haben, und es ist denkbar, dass die einer Reihe späterer Tempel
angeschlossenen Sanatorien in irgendeiner Verbindung mit dem Lebenshaus
standen. |
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