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Altes Ägypten, Pharaonen
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Kuh

Tier, das als das archetypische ägyptische Symbol für mütterliche und häusliche Tugenden stand. Die beiden Göttinnen Hathor und Isis tragen häufig Kuh-Gehörn, aber nur Hathor und Bat werden mit Kuh-Ohren dargestellt. Das Bild der Kuh konnte auch für die Mutter des ägyptischen Königs stehen; so zeigt eine Rundplastik aus Deir-el-Bahri, wie Hathor in ihrer Erscheinnngsform als Kuh König Amenhotep II. (1427-1400 v. Chr.) säugt. Eine Verbindung mit dem Himmel und der Unterwelt war charakteristisch für Kuh-Gottheiten - so konnte Nut als K. dargestellt werden, die den Sonnengott Ra allmorgendlich auf ihrem Rücken trug. Da der Apis-Stier u. a. als Manifestation des Osiris galt, war es nur natürlich, dass die Kuh, die ihn gebar, mit Isis gleichgesetzt wurde. Deshalb wurden spätestens ab dem 37. Regierungsjahr des Amasis (570-526 v. Chr.) die sog. Apis Mütter mumifiziert und in eigenen Katakomben auf dem Friedhof heiliger Tiere von Saqqara beigesetzt.
Auf einer weltlicheren Ebene war die Kuh ein wichtiges Nutztier, das Milch, Fleisch und Häute lieferte. Die ersten - in der prädynastischen Zeit eingeführten - domestizierten Rinder in Ägypten dürften langhörnig gewesen sein, im Alten Reich tauchte dann eine kurzhörnige Spezies auf, und ab der 18. Dynastie lassen sich Buckelrinder (Zebus) nachweisen. Seit dem Alten Reich (2686-2181 v. Chr.) gehören Wandreliefs zur Grabdekoration, die die „Zählung von Rindern“ zum Zweck der Steuererhebung zeigen, und zahlreiche Holzmodelle, die im Mittleren Reich (2057-1650 v. Chr.) als Grabbeigaben dienten, stellen die gleiche Szene dar. Rinder galten als Statussymbol, und wie in vielen anderen Gesellschaften war der Besitz einer grossen Herde ein Zeichen für Wohlstand. Den Grabreliefs lässt sich auch entnehmen, dass die Methoden der Viehzucht schon weit entwickelt waren, wobei der Darstellung des Brandmarkens und des menschlichen Beistands bei der Geburt von Kälbern besonders viel Raum gewidmet wurde. Rindfleisch war offensichtlich das Nahrungsmittel für die wohlhabende Oberschicht und ist oft abgebildet in Opferszenen des Tempel- und Totenkults.


 

 

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